Anhand von etwa 70 kunstgeschichtlichen und historischen Exponaten vermittelt die Ausstellung einen Eindruck von der serbischen Kultur und deren Wandel im Lauf der Zeit. Besondere Aufmerksamkeit erfährt hierbei Serbiens Rolle als Brücke zwischen den Kulturen des Ostens und des Westens. Im Mittelpunkt stehen historische Persönlichkeiten Serbiens, die sich um die Verständigung mit anderen Kulturen verdient gemacht haben. Porträtiert werden zum Beispiel die Wissenschaftler Mihailo Pupin und Nikola Tesla oder der Literatur-Nobelpreisträger Ivo Andrić.
Zu sehen sind Wandmalereien, Ikonen, Handschriften und andere Dokumente aus über 1000 Jahren serbischer Geschichte. Die fünf Ausstellungsräume des Dommuseums thematisieren jeweils eine Epoche. So schickt die Ausstellung ihre Besucher auf eine Reise, die von der mittelalterlichen Kunst Serbiens vom zehnten Jahrhundert bis zum serbischen Kulturerbe am Übergang vom 20. ins 21. Jahrhundert führt. Bei den Ausstellungsstücken handelt es sich um Leihgaben aus diversen serbischen und österreichischen Museen und Bibliotheken, unter anderem dem Nationalmuseum in Belgrad, der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste, dem Museum der Serbischen Orthodoxen Kirche und der Österreichischen Nationalbibliothek.
Zur Eröffnung der Ausstellung am 29. Juni gab sich auch politische Prominenz die Ehre: Der Feier wohnten die beiden Schirmherren bei, der serbische Präsident Boris Tadić und sein österreichisches Pendant Dr. Heinz Fischer.
Anlass der Ausstellung ist das 150-jährige Bestehen der Kirchengemeinde zum Heiligen Sava, der serbisch-orthodoxen Gemeinde in Wien. Diese ist die größte Gemeinde der serbisch-orthodoxen Glaubensrichtung in Österreich und die älteste Mitteleuropas. Die Entstehung der Gemeinde geht auf Kaiser Franz Joseph I. zurück. Im Jahre 1860 sicherte er den 1.500 in Österreich lebenden orthodoxen Serben die Bildung einer eigenen Gemeinde zu. 1890 begannen schließlich die Bauarbeiten an der Kirche zum Heiligen Sava in der Wiener Veithgasse.
Der Name der Gemeinde und der Kirche geht zurück auf Rastko Nemanjić (1175 – 1235), den ersten Erzbischof Serbiens und Gründer der serbischen Volkskirche. Bekannt ist Nemanjić heute vor allem unter seinem Mönchsnamen Sava als Serbiens Nationalheiliger. Die nach ihm benannte Kirche ist heute eine von drei serbisch-orthodoxen Gotteshäusern in der Donaumetropole. Im Wien der Gegenwart leben ungefähr 143.000 Serben, von denen sich mehr als die Hälfte zum serbisch-orthodoxen Glauben bekennt.
Ebenfalls auf Nemanjić bezieht sich der Titel der Ausstellung. In seinen Predigten und Schriften propagierte er eine serbische Kultur, die eine Brücke zwischen der westlichen und der östlichen Welt darstellen sollte. Tatsächlich bildete sich in der wechselvollen Geschichte Serbiens eine von verschiedensten Einflüssen geprägte Kultur heraus, die letztendlich jedoch mehr darstellt als nur eine Kombination fremder Traditionen, sondern aus diesen etwas Neues und Eigenes schafft. Die Ausstellung im Dommuseum möchte eben dieses Bild von der serbischen Kultur vermitteln.





