So beschreibt der Berliner Kaufmann Johann David Müller die heute befremdlich anmutende Freizeitbetätigung der Bevölkerung auf dem Schlachtfeld von Großbeeren im Jahr 1813. Dort waren Preußen und Franzosen in den Befreiungskriegen aufeinandergetroffen; der Vormarsch der Franzosen auf Berlin konnte gestoppt werden.
Bereits gegen Ende des 18. Jahrhunderts bürgerte sich für die Zuschauer bei kriegerischen Auseinandersetzungen der Begriff des „Schlachtenbummlers“ ein, der einige Jahrzehnte später auch Eingang in das berühmte Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm fand. Die beiläufige Beschreibung von Militär und Krieg, ja sogar die interessierte Zuwendung und die Betätigung als „Schlachtenbummler“ waren im 18. Jahrhundert weit verbreitet. In den Selbstzeugnissen der Zeitgenossen, also in Reiseberichten, Memoiren oder Tagebucheintragungen, finden sich immer wieder derartige Hinweise. Offensichtlich bestanden, entgegen land‧läufigen Annahmen, kaum Berührungsängste zum Militär.
Symptomatisch ist denn auch der Passus im Reisebericht des Reichsgrafen Moritz Ludwig Ernst zu Lynar, der am 19. Mai 1769 Hamm (in Westfalen) besuchte, das seit 1666 zum Kurfürstentum Brandenburg gehörte: „In Hamm, einem feinen, artigen Städtchen, steig ich beim Posthalter ab und sah die preußischen Soldaten vom Exerzieren her-einmarschieren. Es war das Wolfersdorfische Regiment, blau und weiß mit roten Aufschlägen. Auf Zureden des Kapitäns von Stephani besuchte ich den General von Wolfersdorf in meinen Reisekleidern, ohne ihm bekannt zu sein, und fand einen ungemein artigen, obligeanten [verbindlichen] Herrn, der mich sogleich zum Essen bat – wie er sich ausdrückte, auf eine Soldatensuppe, es war aber eine wohl besetzte Tafel. Nach Tisch ging er mit mir auf dem Wall spazieren und zeigte mir die schönen Gegenden, und jedes Mal, wenn wir bei einer Schild- oder Torwache vorbeikamen, mussten die Soldaten in einer Minute viermal laden und blind feuern, um in Übung zu bleiben! Vor dem Tore fand ich meinen Wagen und nahm also Abschied von dem höflichen General“.
Andere Zeitzeugen schildern das Militär als perfekt erscheinende Organisation voller Bewunderung und beschreiben die Uniformen, die einzelnen Waffensysteme und die disziplinierten Bewegungsabläufe der Soldaten. Johann Wolfgang von Goethe, der die alliierten Truppen 1792 auf ihrem Marsch nach Valmy begleitete, schildert mit bewegten Worten den Eindruck, den die Armee auf ihn machte: „Ein wundersames Phänomen zog meine ganze Aufmerksamkeit auf sich. Man hatte, um mehrere Kolonnen nebeneinander fortzuschieben, die eine querfeldein, über flache Hügel geführt, zuletzt aber als man wieder ins Tal sollte, abgeböscht [die Steigung überbrückt], doch blieb er immer noch schroff genug. Nun trat eben zu Mittag ein Sonnenblick hervor und spiegelte sich in allen Gewehren. Ich hielt auf einer Höhe und sah jenen blinkenden Waffenfluß glänzend heranziehen“.





