Wie die Goethe-Universität Frankfurt am Main berichtet, standen am Anfang der Fundgeschichte Hinweise aus der lokalen Bevölkerung über möglicherweise alte Gebäudestrukturen in der Nähe der Stadt Ibra im Oman. Daraus entwickelte sich ein Feldforschungs-Projekt eines Archäologen-Teams der Goethe-Universität in Kooperation mit dem Ministerium für Kulturerbe und Tourismus des Wüstenstaats im Osten der Arabischen Halbinsel. Tatsächlich stießen Irini Biezeveld und Jonas Kluge in dem kargen Wüstenareal dann auf die Überreste einer uralten Siedlung.

Die Archäologen dokumentierten zunächst die sichtbaren Gebäudespuren, danach legten sie Testschnitte im Gelände an. Dabei hofften sie auf Funde, die eine zeitliche Einordnung der Baustrukturen ermöglichten. Dies glückte: Aus den Ergebnissen ging hervor, dass es sich um die Überreste eines Dorfes aus der frühen Bronzezeit handelt – etwa aus der Zeitspanne zwischen 2600 und 2000 v. Chr.
Zeugnis der Rohstoffgewinnung
Neben Funden von Keramik-Überresten machten die Archäologen dann auch die Entdeckung mit Seltenheitswert: Etwas Grünes kam bei der Ausgrabung zum Vorschein. Wie sich zeigte, handelte es sich um ein mit Patina überzogenes Metallobjekt – aber nicht um den Überrest eines Werkzeuges oder eines anderen Gebrauchsgegenstandes. Es handelt sich stattdessen um einen 1,7 Kilogramm schweren Klumpen aus drei einzelnen Kupferbarren, die durch Korrosion miteinander verklebt waren. Einst besaßen sie die Form von Kegeln. Dieses Format entstand dadurch, dass das flüssige Kupfer in kleine tönerne Tiegel gegossen wurde, erklären die Experten.
„Ein solcher Fund ist äußerst selten“, betont Projektleiterin Stephanie Döpper von der Goethe-Universität. Denn wie sie erklärt, wurden Metallbarren in der Regel schnell zu Gebrauchsgegenständen weiterverarbeitet, wodurch der „Urzustand“ selten zu finden ist. Umso überraschender war deshalb die Entdeckung von gleich mehreren solcher Barren in der frühbronzezeitlichen Siedlung. Es liegt somit nahe, dass dort Kupfer gewonnen wurde. Vermutlich waren die drei Stücke vor rund 4300 Jahren von den Bewohnern des Ortes aus Versehen zurückgelassen worden – aus bisher ungeklärten Gründen.
Wie die Experten erklären, handelt es sich bei dem Fund nun um ein weiteres Zeugnis der Bedeutung der Region des heutigen Oman als Rohstoffquelle in der frühen Bronzezeit. Dies belegen unter anderem bereits Keilschrifttexte aus Mesopotamien. Das begehrte Metall wurde demnach im Rahmen eines frühen Fernhandels als Barren in die frühen Zivilisationen im heutigen Irak sowie in die Indus-Kultur im heutigen Pakistan und Indien transportiert.





