Fotografen und Künstler präsentierten tragbare Mode und vermittelten das Bild einer modernen Frau – selbstbewusst und emanzipiert. Aber Kritik und Empfehlungen kamen direkt vom Zentralkomitee (ZK) der SED. Die Chefredaktion war dort wöchentlich zu Gast; die Frauenkommission des ZK überwachte Themen und Inhalte, wählte aus und zensierte, was nicht den Vorstellungen von der Frau im Sozialismus entsprach. Die tägliche Redaktionsarbeit pendelte so zwischen Zensur und künstlerischer Freiheit.
Die Ausstellung „Sibylle. Modefotografie und Frauenbilder in der DDR“ stellt ausgewählte Fotoserien des Magazins vor und lässt ehemalige Mitarbeiter ebenso zu Wort kommen wie damalige Leser. Ausschnitte aus Modesendungen und Kleidungsstücke des „Volkseigenen Handelsbetriebs“ ´Exquisit´ sowie des ostdeutschen „Instituts für Mode“ geben eine Vorstellung, was dem Schönheitsideal entsprach und entsprechen sollte. Ein kritischer Blick auf den Kulturteil der „Sibylle“, ergänzt durch zahlreiche Hintergrundinformationen, verdeutlicht, welche Frauenbilder verbreitet wurden. Aus einer außergewöhnlichen Perspektive wird damit der Lebensalltag der Frauen in der DDR erfahrbar.





