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Und sie bewegt sich nicht!
Zeitpunkte · 5. März 1616

Und sie bewegt sich nicht!

Als Nikolaus Kopernikus 1543 kurz vor seinem Tod sein Hauptwerk „De revolutionibus orbium coelestium“ („Über die Umlaufbahnen der Himmelssphären“) veröffentlichte, war die Resonanz groß. In dem an Mathematiker und Astronomen gerichteten und Papst Paul III. gewidmeten Traktat kam Kopernikus zu dem Schluss, dass Erde und Planeten die Sonne umkreisen und die Sonne im Zentrum des Systems steht. Während der Papst von Kopernikus’ Erkenntnissen fasziniert war und das Werk auch im Kontext der späteren Kalenderreform (1582) diskutiert wurde, taten sich andere Theologen schwerer mit der neuen Weltsicht. Bislang hatte die Annahme gegolten, die Erde stehe unverrückbar im Zentrum des Planetensystems. Kopernikus musste posthum nicht zuletzt von protestantischer Seite viel Kritik einstecken, Martin Luther etwa warf ihm Narretei vor. Sein Werk aber blieb davon zunächst unbehelligt.
Autor
DAMALS-Redaktion
01. März 2026
Lesezeit
1 Minute
Rubrik
Zeitpunkte

Erst 1616, mehr als ein halbes Jahrhundert nach seinem Erscheinen, riefen vor allem die Arbeiten Galileis kirchlichen Widerstand gegen Kopernikus’ Lehre vom heliozentrischen Sonnensystem hervor. Am 5. März 1616 wurde sein Werk von der Indexkongregation suspendiert, da es im Widerspruch zur Bibel stehe. Erlaubt werden sollte es erst wieder, wenn Korrekturen verdeutlichten, dass es sich nur um Hypothesen handle. Die grundsätzliche Ächtung heliozentrischer Schriften wurde im 18. Jahrhundert gelockert; aus dem Index verschwand „De revolutionibus“ endgültig jedoch erst 1835.

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