Schon damals war indes bekannt, dass dies eine Fehleinschätzung war. Dementsprechend groß war der Protest in der breiten Öffentlichkeit, besonders bei den Unterstützern der jungen Weimarer Republik. Die Wellen schlugen so hoch, dass der Reichstag sogar einen Untersuchungsausschuss einsetzte, der sich dem „Fechenbach-Urteil“ widmete. Trotz zahlreicher Gnadengesuche musste Fechenbach zwei ganze Jahre im Gefängnis bleiben. Den „deutschen Dreyfus“ nannte ihn die Presse, nach dem ähnlich aufsehenerregenden Fall in Frankreich. Zum Schluss bezahlte Fechenbach für sein republikanisches Engagement doch noch den höchsten Preis: Kurz nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde er in „Schutzhaft“ genommen und „bei einem Fluchtversuch“ erschossen.





