Die Schau beginnt für die Besucher in einer ihnen noch höchst vertrauten Umgebung: in einem Supermarkt. Hier stehen nicht nur Produkte, sondern auch harte Fakten in den Regalen, so kann man beispielsweise erfahren, warum gerade in Deutschland die Brotvielfalt so ausgeprägt ist, welche Firmen hinter welchen Marken stecken und wie viele Ressourcen verbraucht werden, um einen Erdbeerjoghurt herzustellen, zu verpacken und bis dorthin zu bringen, wo er verkauft und verzehrt wird.
Im zweiten Teil der Schau, der einem Lager nachempfunden ist, geht der Besucher den historischen Hintergründen nach. Er lernt bekannte Größen in der Geschichte der Ernährungsindustrie wie etwa Justus von Liebig oder Carl Heinrich Theodor Knorr kennen und erfährt, warum vormalige Luxusprodukte wie Schokolade, Zucker oder Gewürze heute für jeden erschwinglich sind. Auch einen Original Tante-Emma-Laden aus Freiburg im Breisgau von 1930 hat das Ausstellungsteam fast komplett im TECHNOSEUM wieder aufgebaut, um den Besucher in vergangene Zeiten zurückzuversetzen – nostalgische Bonbongläser auf der Theke inklusive. Beispiele für die Nahrungsmittelherstellung in Baden-Württemberg werden hier präsentiert: Rothaus-Bier und Maggi- Würze, Ritter-Sport-Schokolade und Birkel-Nudeln, Caro-Kaffee und Thomy-Tuben.
In einem Speisesaal können sich die Besucher informieren, welche Kost um die Jahrhundertwende, in der Nachkriegszeit und während des Wirtschaftswunders auf den Tisch kam. Hier lässt sich nachvollziehen, wie Menschen zu Zeiten des Mangels und des Überflusses in Deutschland lebten, und dass der gegenwärtige Wohlstand keinesfalls selbstverständlich ist.
Insgesamt werden bei der Schau über 400 Objekte auf 900 Quadratmetern Ausstellungsfläche gezeigt. Integraler Bestandteil der Schau sind interaktive Stationen, an denen man sich zum Beispiel seine persönliche Mahlzeit zusammenstellen und dabei Kalorien und CO2-Verbrauch berechnen kann. Außerdem können kleine wie große Entdecker Gewürze bei einem Quiz erraten oder an einem von TECHNOscouts betreuten Labortisch den Zuckergehalt von Früchten oder den Stärkegehalt von Kartoffeln bestimmen. Im letzten Teil der Ausstellung geht es um die Zukunft der globalen Nahrungsressourcen. Wie ‚bio‘ können Produkte noch sein, wenn sie in jedem Discounter zu haben sind? Und wie lässt sich dem Hunger in anderen Teilen der Welt mit neuen Herstellungs- und Verteilungsverfahren begegnen? Auch diesen Fragen nimmt sich die Ausstellung im TECHNOSEUM an.
Kartoffeln und Pfeffer gelangten schon vor der industriellen Revolution auf die europäischen Speisepläne, sind teils ein Ergebnis europäischer Expansion, aber auch von interkontinentalen, historisch gewachsenen Handelsströmen. Doch auch soziale Entwicklungen wie etwa die Migration wirken sich auf den Speiseteller aus Dönerimbisse, Pizzerien und China-Restaurants sind heute fester Bestandteil des deutschen Stadtbildes, Spaghetti Bolognese und Pasta zählen – auch das erfährt man in der TECHNOSEUM-Schau – zu den beliebtesten Kantinenessen der Deutschen.





