Später, als ich anfing, die Sprache ein wenig zu verstehen, bemerkte ich, dass er, wenn ich ein Wort sagte, es ganz anders übersetzte, je nachdem, wie es ihm gerade einfiel. Als mir bewusst wurde, welche Gefahr es für mich bedeutete, mich seiner Übersetzung zu bedienen, zog ich es vor, lieber zu schweigen.“
Die Klagen des Wilhelm von Rubruk, der im Auftrag König Ludwigs IX. von Frankreich (reg. 1226–1270) zum Großkhan der Mongolen reiste, gehören zu den berühmtesten Äußerungen des Mittelalters, wenn es um Dolmetscher geht. Doch während Wilhelm den Problemen mit dem Übersetzer in seinem Bericht an den König reichlich Platz einräumte, wurden diese von anderen Berichterstattern gänzlich ignoriert. Fast unmöglich ist es gar, mehr über die persönlichen Hintergründe dieser Dienstleister zu erfahren, die nicht nur Wörter übersetzen, sondern auch zwischen verschiedenen Kulturen vermitteln mussten.





