Rund 80 Jahre später interpretierte Roosevelt die Doktrin um: Die Vereinigten Staaten hätten das Recht, mittels Polizeigewalt für Gesetz und Ordnung bei ihren mittel- und südamerikanischen Nachbarn zu sorgen; im Gegenzug wollten die USA Schutz vor europäischen Expansionsgelüsten gewähren. Nie wieder sollten Probleme auftreten wie 1902 in Venezuela und der Dominikanischen Republik. Als die beiden lateinamerikanischen Länder sich geweigert hatten, ihre Schulden zu bezahlen, hatten England, Italien und Deutschland Kriegsschiffe geschickt. Die Vereinigten Staaten intervenierten in den nächsten Jahrzehnten nahezu permanent in Süd- und Mittelamerika, teils um ihre wirtschaftlichen Interessen zu sichern, teils um die politischen Verhältnisse in ihrem Sinn zu beeinflussen.





