Im Jahr 493 v. Chr. schlossen sie daher einen Bündnisvertrag, das „foedus Cassianum“, benannt nach dem Konsul Spurius Cassius. Nicht nur sollte der Friede dauern, „solange Himmel und Erde bestehen“, sondern man wollte sich auch im Krieg beistehen und die Beute teilen. Laut Vertrag galt Rom bereits als so stark, dass es nicht mit einzelnen Stämmen diesen Bund schloss, sondern mit allen latinischen Stämmen zusammen. Von der Beute etwa sollte eine Hälfte an Rom fallen, die andere Hälfte an alle Latiner gemeinsam. Als der Vertrag im 4. Jahrhundert erneuert wurde, hatte sich Rom eine Vormachtstellung über ganz Mittelitalien erkämpft. Möglicherweise projizierte die traditionelle Geschichtsschreibung diese viel spätere starke Position Roms in die frühe Zeit, und der Vertrag stand gar nicht am Anfang, sondern am Ende einer geschickten Bündnispolitik. Den Text jedenfalls konnten die Römer noch zu Ciceros Zeiten auf einer Bronzeplatte auf dem Forum Romanum lesen.





