Die Bündnispartner schworen sich ewige Treue gegen die Perser. Doch viele kleinere Gemeinwesen waren damit überfordert, dauerhaft Kriegsschiffe auszurüsten. Also zahlten sie Geld in die Kasse und überließen Athen die Aufstellung – eine fatale Entwicklung. Die Bundesflotte wuchs kontinuierlich, aber sie stand unter Athens Kommando und entwickelte sich zu einer veritablen Knute. Selbst nach einem Friedensschluss mit Persien durfte niemand den Seebund verlassen. Wer es versuchte, musste mit blutigen Strafaktionen rechnen. Athen hatte ein Machtinstrument in die Hand bekommen, das es nicht mehr hergeben wollte. Ganz nebenbei bediente sich die Führungsmacht an den gemeinsamen Geldern, um ihr kostspieliges Bauprogramm auf der Akropolis zu finanzieren. Erst als Sparta seinen Konkurrenten im Peloponnesischen Krieg besiegte, endete 404 v. Chr. auch der Bund, und die unterdrückten Partner erlangten ihre Freiheit wieder.





