Den Schwur jedoch konnte man nicht brechen, ohne den Zorn der Götter auf sich zu ziehen. Ein Fachmann für die göttlichen Gebote tüftelte an einer Lösung: Mancinus wurde in Ketten gefesselt und nackt vor die Mauern Numantias gestellt. Hätten die Numantiner dieses Opfer angenommen, wäre der Vertrag mitsamt den religiösen Bindungen rückgängig gemacht worden. Doch die Iberer ließen Mancinus bis in die Nacht vor ihren Stadtmauern stehen. Gedemütigt kehrte der ehemalige Konsul zurück nach Rom, wo ihm auch noch das Bürgerrecht aberkannt wurde. Letztlich war allerdings alles eine Frage der politischen Kräfte. Als die Verhältnisse im Senat für Mancinus günstiger standen, wurde er wieder in die Gemeinschaft aufgenommen. Und den heiligen Schwur ignorierte sein politischer Erzfeind Scipio Aemilianus einfach: Er eroberte Numantia im Jahr 134 v. Chr. endgültig.





