Micipsas Neffe und späterer Adoptivsohn, Jugurtha, ging zur Ausbildung ins römische Heer. Dort erkannte er die Mechanismen der römischen Politik: Man musste Unterstützer im Senat finden, und die ließen sich kaufen. Geschickt nutzte der ambitionierte Numider diese Erkenntnis und setzte nach Micipsas Tod 118 v. Chr. mit Roms Unterstützung eine Reichsteilung durch. Während der Verhandlungen ermordete Jugurtha ungestraft einen der beiden Söhne Micipsas. Wenig später überfiel er seinen letzten Konkurrenten und plünderte dessen Hauptstadt. Dabei beging er allerdings den Fauxpas, auch ein Massaker unter römischen Bürgern anzurichten.
Dies rief 111 v. Chr. Rom auf den Plan, es kam zum Krieg – und einem für den Numider günstigen Friedensschluss. Jugurtha hatte offenbar stets Angehörige der Oberschicht durch Geld für sich gewinnen können. Da diese Friedensbedingungen Argwohn erregten, sollte sich Jugurtha persönlich in Rom rechtfertigen, allerdings nicht wie zu erwarten vor dem Senat, sondern vor der Volksversammlung. Dort rettete ihn das Veto eines – vermutlich ebenfalls bestochenen – Volkstribunen. Jugurtha floh in seine Heimat und soll dem Schriftsteller Sallust zufolge das Fazit gezogen haben: „In Rom ist alles käuflich.“





