Glaubt man dem Historiker Polybios, lag der Grund dafür in einer Erfindung, die corvus („Rabe“) genannt wurde. Diese Enterbrücke verfügte über geschützte Seitenwände und einen langen Dorn, der sich in die Deckplanken des gegnerischen Schiffs bohrte. Daraufhin konnten die schwer bewaffneten und gut ausgebildeten Legionäre das feindliche Schiff entern. Damit verlegte Rom seine Stärke im Landkampf aufs Wasser. Doch die schweren „Raben“ beeinträchtigten die Manövrierfähigkeit der Schiffe und wurden bald durch leichtere Konstruktionen und andere Entergeräte ersetzt. Möglicherweise war Rom dank seiner griechischen Verbündeten aber auch schlichtweg besser gerüstet für den Seekrieg, als man glaubte. Dann wäre der aufstrebenden Großmacht einfach eine geschickte Täuschung ihres Gegners gelungen. Fest steht, dass dies für Rom der erste Schritt zur vollständigen Kontrolle des Mittelmeers war, das die Römer später nur noch Mare nostrum, „unser Meer“, nennen sollten.





