In der Ausstellung werden weniger die Konfliktsituationen thematisiert als die sich daraus ergebenden Berührungen verschiedener Kulturen. Zwischen dem 4. und 2. Jahrhundert v. Chr. lassen sich in Italien keltische Spuren archäologisch nachweisen. Prächtig ausgestattete Kriegergräber, aus denen Fundstücke zu sehen sind, geben jenseits römischer Propaganda Zeugnis von den Kontakten der Kelten mit der einheimischen Tradition. Nach Ausweis verschiedener Waffenfunde ahmten die Kelten beispielsweise etruskische Waffen und Helme nach. Auf der anderen Seite übernahmen italische Stämme einen keltischen Schwerttypus. Das RGZM hat die Ergebnisse verschiedener Forschungsprojekte zusammengeführt, die besonders der Frage nachgehen, wer sich überhaupt als Kelte fühlte. Angesichts der vielen kulturellen Wechselwirkungen lässt sich die Frage nicht einfach beantworten. Verblüffend wirken naturwissenschaftliche Erkenntnisse, die nahelegen, dass Kelten und Italiker teilweise über mehrere Generationen an denselben Orten gemeinsam lebten. Kulturübergreifende Heiraten scheinen nach archäologischen Befunden ebenso üblich gewesen zu sein. Bereichert wird die Ausstellung durch Leihgaben aus den Museen Florenz, Ancona und Monterenzio, die erstmals in Deutschland zu sehen sind.





