Für die Ausstellung „The Real Van Gogh: The Artist and his Letters“ wurden rund 65 Gemälde und 30 Zeichnungen aus privatem Besitz und öffentlichen Sammlungen zusammengetragen, die die Lieblingsmotive des Künstlers zeigen. Darüber hinaus präsentiert die Ausstellung 35 Originalbriefe van Goghs, in denen der Künstler ausführlich auf seine Werke eingeht. Diese sollen im Mittelpunkt der Ausstellung stehen und sind in den zentralen Räumen der Royal Academy of Arts zu sehen. So weit möglich sollen die Briefe neben den Gemälden oder Zeichnungen ausgestellt sein, auf die sich beziehen und deren Entwicklungsprozess sie beschreiben. Ein Großteil der schriftlichen Leihgaben für die Londoner Ausstellung stammt aus dem Fundus des Van-Gogh-Museums in Amsterdam und war bisher aufgrund der Fragilität der Dokumente nur selten zu sehen. Neben den Briefen zählen vor allem die Gemälde „Selbstporträt eines Künstlers“ (1888) und „Das gelbe Haus“ (1888), ebenfalls Leihgaben des Van-Gogh-Museums in Amsterdam, zu den Höhepunkten der Ausstellung.
Über die Briefe van Goghs möchte das Londoner Museum der Öffentlichkeit die Gelegenheit verschaffen, tiefere Einblicke in den Charakter und die Gedankengänge des Künstlers zu gewinnen und die Beweggründe seiner Werke besser nachvollziehen zu können. Indem das persönliche Bild des Künstlers vervollständigt wird, soll nicht nur ein neues Licht auf seine Werke geworfen werden, sondern auch die Entwicklung van Goghs als Künstler und Person aufgezeigt werden.
Vincent van Gogh wurde 1853 im niederländischen Zundert geboren. Er war das zweite von sechs Kindern eines protestantischen Pastors. Bevor er im Alter von 27 Jahren zu seinem eigentlichen Beruf als Künstler fand, arbeitete er in Den Haag und London als Kunsthändler. Während seiner nur kurzen künstlerischen Laufbahn, der bereits 1890 durch die Folgen seines Suizidversuchs ein Ende gesetzt wurde, produzierte van Gogh über 800 Gemälde und 1220 Zeichnungen. Viele seiner Bilder widmen sich den Themen des Kreislaufs der Natur, der Freundschaft, Religion und Literatur. Weiterhin beschäftigte sich Van Gogh ausgiebig mit der Funktion von Farben in Gemälden. In seinen Briefen zeigt sich der Künstler als redegewandt und ausdrucksstark. Die meisten seiner Briefe sind an seinen jüngeren Bruder Theo adressiert, der seinen Bruder Vincent stets in seiner auch zeitweise schwierigen künstlerischen Karriere unterstütze. Ebenso schrieb van Gogh an andere Familienmitglieder, darunter seine Schwester Wilhelmina. Auch mit Künstlern wie Anton van Rappard, Emile Bernard und Paul Gauguin stand van Gogh zu unterschiedlichen Zeiten in schriftlichem Kontakt. Seine Grundideen und sein Verständnis für Kunst, Natur und Literatur lassen seine Briefe als weit mehr als eine persönliche Gefühlsäußerung erscheinen.





