Ein jähes Ende fand auch die Karriere der jüdischen Tänzerin Suse Rosen. Die Dresdnerin war Ensemblemitglied des Stuttgarter Balletts – bis 1933. Verhöhnt durch die Nazi-Presse, die ihren „ordinären Tanz“ anprangerte, floh Rosen in die Schweiz, dann in die USA. Der polnische Sänger Hermann Horner schließlich, als Jude ebenfalls 1933 entlassen, kehrte nach Polen zurück, wo er vermutlich im Vernichtungslager Belzec zusammen mit seiner Familie den Tod fand. Ihm erging es wie vielen anderen Künstlern, die in den Konzentrationslagern ermordet wurden.
Das Leben all dieser Persönlichkeiten hatten Hannes Heer, Jürgen Kersting und Peter Schmidt in ihren Ausstellungen in Hamburg, Berlin, Stuttgart und Darmstadt im letzten Jahr dokumentiert. Wer sie nicht hat sehen können, dem sei die einschlägige Publika‧tion empfohlen.
Literatur: Hannes Heer / Jürgen Kersting / Peter Schmidt, Verstummte Stimmen. Die Vertreibung der „Juden“ aus der Oper 1933 bis 1945. Berlin 2008.





