Sein Sohn Hans-Jürgen schildert auf der Grundlage von Briefen seines Vaters lebhaft die dar-auffolgenden Ereignisse bis 1946. Die zahlreichen Zitate lassen die schwierige Situation anschaulich werden: die Rückkehr des Gutsherrn in das fast völlig zerstörte Dorf und Anwesen, sein Wunsch, Wiederaufbau zu leisten, dann die Enteignung im Zuge der Bodenreform, schließlich die bittere Ausweisung durch den russischen Kommandanten.
Das Verdienst des Buches ist es, den Blick wieder auf eine Region zu lenken, deren reiche Geschichte heute oft vergessen wird, und dazu die Perspektive eines Gutsbesitzers auf die politischen Umbrüche nach 1945 darzustellen. Etwas störend ist allerdings der anklagende Duktus der Erzählung. Er ist zwar aus der persönlichen Betroffenheit des Autors verständlich, doch hätte man sich als Leser einen sachlicheren Ton gewünscht, um sich ein eigenes Urteil bilden zu können.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger





