Doch durch eine Unachtsamkeit flog das Komplott auf. Nero war außer sich und fürchtete plötzlich alles und jeden. Brutale Verhöre ergaben nämlich, dass seine engsten Vertrauten zu den Verschwörern gehörten. Einer von ihnen war Petron, auf dessen Urteil der junge Kaiser sich stets verlassen hatte. Der Philosoph Seneca, früher einmal Neros wichtigster Berater, wurde angeblich sogar als dessen Nachfolger gehandelt. Ob Seneca überhaupt zu den Verschwörern gehörte, ist unklar – dennoch musste er sterben. Auch sein Neffe, der gefeierte Literat Lukan, wurde in den Selbstmord getrieben.
Einer der Vollstrecker war der Prätorianerpräfekt und Mitverschwörer Faenius Rufus. Er weigerte sich beharrlich, seinen Freunden beizustehen, und versuchte, möglichst schnell alle Mitwisser zu beseitigen. Es half ihm nichts, auch er wurde verraten und hingerichtet. Der Thronprätendent Piso beging Selbstmord, bevor ihn Neros Häscher festnehmen konnten.





