Die antike Kultur war eine Stadtkultur. In den großen urbanen Zentren wie Athen, Ephesos, Alexandria oder Rom konzentrierte sich all das, was man heute meint, wenn man vom „Klassischen Altertum“ spricht: Großleistungen in Literatur, Architektur und Bildkunst ebenso wie wegweisende, bis in unsere Zeit hinein wirkende Entwicklungen in Politik, Recht und Wirtschaft. Dies verstellt den Blick dafür, dass etwa 80 Prozent der Bevölkerung des Imperium Romanum nicht in solchen Großstädten lebten, sondern in ländlich geprägten Kleinstädten, in Dörfern und auf Einzelgehöften. Und noch wesentlich mehr lebten nicht vom Handel, vom Handwerk, vom Gewerbe oder gar der Kunst, auch nicht vom Krieg und der hohen Politik, sondern von der Landwirtschaft.
Im antiken Italien entstand während des 2. Jahrhunderts v. Chr. eine besondere Siedlungs- und Wirtschaftsform, die villa rustica. Bereits dieser Begriff verrät viel über die antike Landwirtschaft: Mit villa konnte man auf Latein grundsätzlich jedes größere Wohnhaus auf dem Land bezeichnen. Meistens meinte man damit aber ein Gehöft. Setzt man rustica („ländlich“, oder präziser: „landwirtschaftlich“) hinzu, wird klar, dass damit ein Bauernhof gemeint war, auf dem Lebensmittel produziert wurden. Im Unterschied zu kleineren Höfen mit bis zu fünf Hektar Land, die vor allem auf Selbstversorgung ihrer Bewohner (Subsistenz) ausgelegt waren, arbeitete eine Villa rustica spezialisiert und vor allem marktorientiert…
Den vollständigen Artikel lesen Sie in DAMALS 06/2016.
Prof. Dr. Werner Tietz





