Von den einzelnen Wörtern ausgehend, entwickelt der Autor kenntnisreiche, kurzweilige und häufig auch überraschende sprachgeschichtliche Gedanken. Dabei wird deutlich, dass viele vermeintlich verschwundene Wörter in versteckter Form noch heute existieren. Dazu gehört etwa bôzen, das mittelhochdeutsche Wort für „schlagen“ oder „klopfen“. Auch wenn das Verb so im heutigen Deutsch nicht mehr zu finden ist, kann man es im „Amboss“ (mittelhochdeutsch anebôz) entdecken, als Gegenstand, an dem oder auf dem ein Schmied etwas schlägt. Das Buch ist liebevoll illustriert, zeitgenössische Abbildungen sind jedoch nicht enthalten. Fazit: eine gelehrte und zugleich unterhaltsame Lektüre.
Rezension: Dr. Anna Joisten
Michael Schwarzbach-Dobson
Verschwundene Wörter des Mittelalters
Greven Verlag, Köln 2023, 222 Seiten, € 22,–





