Die via regia erzählt die Geschichte von Menschen, die im Laufe der Jahrhunderte auf ihr gereist, gepilgert und geflohen sind. Der Fokus liegt dabei auf dem Zeitraum zwischen der Mitte des 13. Jahrhunderts und dem frühen 19. Jahrhundert. In dieser Zeit entfaltete die Handelsstraße ihre größte Bedeutung. Zentraler Ausstellungsort der Landesausstellung ist der Kaisertrutz in Görlitz, eine runde Kanonenbastei aus dem späten 15. Jahrhundert. Ursprünglich schützte sie das westliche Eingangstor zur Stadt. Auf den fünf Etagen des Kaisertrutzes werden die fünf Themenwelten der Ausstellung – Fundament, Straße, Markt, Menschen und Ideen – lebendig inszeniert. „Das Bild des wandernden Menschen stand Pate für das Bild der Straße als Organismus: Angefangen von der Straße, auf der man sich bewegt (Beine), bis hinunter auf den festen Boden, auf dem man steht (Füße), über den Markt, der vom Austausch von Waren und Gütern erzählt (Bauch), weiter über ausgewählte Biografien (Herz), bis hinauf unter das Dach des Kaisertrutzes, wo die immateriellen Güter, die Ideen gezeigt werden (Kopf). Der Besucher wird praktisch von Kopf bis Fuß auf via regia eingestellt“, so Bettina Probst, die Projektleiterin der Ausstellung.
Dieser groben Verteilung folge die Zusammenstellung der Exponate:
Straße Das Erdgeschoss steht ganz im Zeichen des Aufbruchs: Mehrere Medienstationen laden dazu ein, die via regia auf spielerische Weise interaktiv zu erkunden. Projektionen vermitteln zudem die historischen Verläufe der Straße bis in die Gegenwart.
Fundament Archäologische Funde im Untergeschoss belegen, dass Wege und Städte nicht aus dem „Nichts“ entstehen. Sie zeigen, dass die Oberlausitz bereits vor der Existenz der via regia eine wichtige Tranisitregion zwischen Ost- und Westeuropa war. Auch der Kaisertrutz wird in diesem Zusammenhang vorgestellt, der ab 1490 im Rahmen der Sicherung und Erneuerung der Befestigungsanlagen errichtet wurde und die am Reichenbacher Tor in die Stadt eintretende via regia sicherte.
Markt Das „Herzstück“ der Ausstellung bildet der Markt im 1. Obergeschoss des Kaisertrutz: Wie funktionierte der Handel damals? Mit welchen Währungen bezahlte man? Ausgehend vom Beispiel Görlitz steht die übergeordnete Frage, welche Produkte auf der Handelsstraße transportiert wurden, wie sich Märkte und Messeplätze entwickelten.
Menschen Im 2. Obergeschoss stehen die Reisenden selbst im Mittelpunkt: Wer bewegte sich auf der Straße? Was hat sie bewegt? Anhand von individuellen Biografien werden Händler und Kaufleute , aber auch Könige, Generäle, Ärzte, Studenten, Pilger, Gesellen und das fahrende Volk vorgestellt, die alle auf der via regia reisten.
Ideen Auch Werte und Ideen, Künstler und Kunstwerke gelangten über die via regia von Ort zu Ort. Welche Kunst und Kultur auf Rädern, Rücken und in den Köpfen über die Straße transportiert wurde, und wie sich dies in der Bildenden Kunst und Wissenschaft ausdrückte, wird im 3. und letzten Geschoss dargestellt.





