„Vollendung und Neuorientierung des Reiches“, das ist bei Burkhardt programmatisch zu verstehen. Während früher die politische Geschichte des Reichs nach dem Westfälischen Frieden abwertend mit „politischer Ohnmacht“ und „Kleinstaaterei“ identifiziert wurde, stellt der Autor im Einklang mit der neueren Forschung die vielfältigen Parti-zipations?chancen sowie die „wegweisende föderale und rechtsstaatliche Organisation“ des Reichs heraus. Friedenswahrung nach innen, eine defensive Sicherheitspolitik nach außen sowie die bedeutende Rolle der Reichsstände werden ausführlich gewürdigt. Mit der Hofgesellschaft, dem Barock, dem Pietismus und der Frühaufklärung widmet sich der Autor auch der Kultur der Epoche. So anschaulich diese Kapitel, wie etwa das zum Hof, auch gelungen sind, so konventionell erscheint es, daß sich der Autor allein an der Hochkultur orientiert. Auch die Lebensverhältnisse der Mehrheit der Bevölkerung, ihre Arbeitszusammenhänge oder ihre religiösen Praktiken sucht man vergebens.
Rezension: Talkenberger, Heike





