Heutige Besucher Münchens bringen die Stadt hauptsächlich mit den Wittelsbachern in Verbindung. Das mag kaum überraschen, denn seit 1180, als Otto von Wittelsbach von Friedrich Barbarossa mit dem Herzogtum Bayern belehnt wurde, gehörte München zum wittelsbachischen Territorium und wurde zum Herzogssitz der Wittelsbacher. Tatsächlich aber verdankt jene Siedlung, die 782 als ein an das Kloster Schäftlarn übertragener Besitz erstmals urkundlich erwähnt wurde, ihren Aufstieg Heinrich dem Löwen. 1158 verlieh der Welfe, gleichzeitig Herzog von Sachsen und von Bayern, dem Ort Munichen das Markt- und das Münzregal. Auf diese Weise gelang es dem Herzog, konkurrierende Machtansprüche des Freisinger Bischofs Otto I. auszuschalten.
Zur selben Zeit ließ Heinrich der Löwe die Siedlung Veringen/Föhring, wo man für Otto I. nur wenige Kilometer von Munichen entfernt Münzen schlug und wo der Salzhandel florierte, samt Zollbrücke über die Isar zerstören. Ein kaiserlicher Schiedsspruch legte anschließend fest, dass von den Einnahmen, die von nun an in München erzielt wurden, ein Drittel dem Freisinger Bischof, zwei Drittel dem Herzog zustehen sollten.





