Lenhard nimmt weniger die Theorien und Ideen in den Blick als vielmehr ihre allzu menschlichen Vertreter, die Umstände, unter denen sie forschten, und die Gebäude, in denen sie wirkten. Im Vordergrund stehen zudem die weniger bekannten Personen sowie der Arbeitsalltag und dessen Finanzierung. So entsteht eine lebendige Geschichte nicht nur des Instituts, das infolge des Machtantritts der Nationalsozialisten von Frankfurt nach Genf, Paris, New York und schließlich wieder nach Frankfurt wanderte, sondern auch der unorthodoxen marxistischen Linken in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Buch ist auch als Einstieg für alle geeignet, die einen ersten Weg nach „Frankfurt“ suchen.
Rezension: Dr. Sebastian Rojek
Philipp Lenhard
Café Marx
Das Institut für Sozialforschung von den Anfängen bis zur Frankfurter Schule
Verlag C. H. Beck, München 2024, 624 Seiten, € 34,–





