Den geschichtlichen Rahmen spannt der Autor von der Zeit der frühen Pioniere in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Dabei geht er zuerst auf den Namensgeber des Orts und ehemaligen Blechschmied Waterman William Bodey ein. Dieser reiste zehn Jahre umher, ehe er 1859 Gold in einer Hochebene der Sierra Nevada fand, kurz darauf aber in einem Schneesturm ums Leben kam. Sein Goldfund sprach sich schnell herum und zog viele Abenteurer an, die sich am Fundort niederließen und die Siedlung nach Bodey benannten. Im Anschluss an die Gründung thematisiert Becker-Kavan die wechselhafte Entwicklung und den unaufhaltsamen Untergang der Stadt. Zeitgenössische Zeitungsartikel der ansässigen Presse und Aufzeichnungen eines örtlichen Chronisten veranschaulichen den Alltag in Bodie. Sie verdeutlichen ebenfalls die großen Probleme, die durch Gewalt, Verbrechen, Prostitution, Katastrophen und nachlassende Goldgewinne entstanden. Im Rahmen zweier exemplarischer Schicksale beleuchtet der Autor die Schattenseiten des „Goldrush“ in den USA. Das letzte Kapitel widmet er der heutigen Bedeutung der Stadt als Teil eines Nationalparks und verweist auf den zunehmenden Tourismus.
„Von Goldgräbern und Geisterstädten – Das alte Bodie in Kalifornien“ ist ein rundum gelungenes Werk. Becker-Kavan hat eine Mischung aus Reisebericht und Stadtgeschichte geschrieben, die informativ und unterhaltend zugleich, eine authentische Atmosphäre erzeugt und für ein kurzweiliges Lesevergnügen sorgt.
Rezension: Benjamin Schäfer





