Der Rundgang beginnt mit den „Kaufrufen“, die als ein Ursprung der Stereotypenbildung ausgemacht werden. Um 1770 erschien eine berühmte Kupferstichserie von Johann Christian Brand, in der Straßenverkäufer und -verkäuferinnen, etwa „Salamucci“ (Salamiverkäufer) oder Lavendelmädel, dargestellt werden. Mit ihren immer gleichen Rufen suchten sie auf ihre Ware aufmerksam zu machen. Je mehr die realen Personen im Zug der ökonomischen Verdrängung aus dem Wiener Straßenbild verschwanden, desto stärker lebten sie in der Folklore weiter. Sie galten als Personifikationen der „guten alten Zeit“, fernab der Moderne. Auch fiktive Figuren wie der „Gigerl“, ein geckenhafter Bursche, oder die „Frau Sopherl vom Naschmarkt“ waren sehr populär. Das Museum zeigt das Klischeebild anhand von Bildserien und konfrontiert dieses mit der Lebensrealität der von Armut bedrohten städtischen Unterschicht.





