Auch sonst war die Papstkrönung natürlich ein Spektakel: Auf den Treueid der Kardinäle und den dreifachen Umzug des Erwählten auf einem tragbaren Thron folgte ein Hochamt am Altar von St. Peter. Danach fand die eigentliche Papstkrönung in der Benediktsloggia statt. So weit das gängige Zeremoniell. Ungewöhnlich war in diesem Fall die Beteiligung von vier jungen Männern, die aus einem weitentfernten Land kamen und trotz ihres jugendlichen Alters mit unerhörter Wertschätzung behandelt wurden. Sie hießen Mancio Ito, Miguel Chijiwa, Martinho Hara und Julião Nakaura und stammten aus Japan, genauer gesagt: aus dem Süden der Inseln, von den Fürstentümern (Daimyaten) Bungo, Omura und Arima auf Kyushu. Man hielt sie für Gesandte von Königen und ließ ihnen viele Auszeichnungen zuteilwerden. Im Krönungszeremoniell durften sie den Baldachin des Papstes tragen, und Mancio hatte sogar die Ehre, dem Heiligen Vater das Handwasser reichen zu dürfen. …
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Prof. Dr. Folker Reichert





