Bei der „Vorsicht Wild!“-Ausstellung spielt vor allem der Hirsch eine zentrale Rolle. Gerade in Württemberg kommt ihm nämlich eine besondere Bedeutung zu. Sein prächtiges Geweih, das den Hirschen zum König der hiesigen Wälder krönt und bei Jägern eine beliebte Jagdtrophäe darstellt, verkörpert als Bestandteil des Landeswappens ein elementares Repräsentationssymbol des Landes. Ausgehend von dieser intensiven Verbindung Württembergs mit dem Tier thematisiert die Ausstellung die kulturhistorische Rolle der Jagd und beleuchtet unter anderem die sprachlichen Hinterlassenschaften des Jagdvokabulars in der heutigen Sprache. Neben der Vorstellung der Lebens- und Erscheinungsweise des Hirsches selbst, wird zudem die Wappenentwicklung Württembergs gezeigt.
Mit der Ausstellung erforscht das Landesmuseum Württemberg zugleich neue Wege der Präsentation und Vermittlung seiner Inhalte. Vor dem Hintergrund der grundlegenden Neukonzeption seiner Dauerausstellung, die im Jahr 2012 eröffnet werden soll, sind die Besucher nach der Sichtung dazu aufgerufen, einen Fragebogen auszufüllen um dem Museum ihre persönlichen Eindrücke mitzuteilen. Denn die drei vorgestellten Themenfelder „Jagd“, „Hirsch“ und „Wappen“ sind in verschiedenen museumspädagogischen Herangehensweisen dargeboten. Sie unterscheiden sich unter anderem im Sprachstil der Thementexte, in der Schriftart und der Art und Weise der Präsentation der Objekte. Wie die künftige Ausrichtung der Neukonzeption berührt die „Vorsicht Wild!“-Ausstellung epocheübergreifend die wissenschaftlichen Bereiche Archäologie, Kunst- und Kulturgeschichte sowie Volkskunde. Die Studie soll auch insbesondere über die Wirkung dieser interdisziplinären, epocheübergreifenden Zusammenarbeit in der Ausstellungsgestaltung Aufschluss geben. Ziel des Landesmuseums ist es, mit den Besucher-Eindrücken Erkenntnisse für ein Museumsformat zu gewinnen, das große wie kleine Museumsbesucher bestmöglich erreicht.
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