Noch bis 5. Oktober widmet sich an mehreren Orten rund um Hannover die Ausstellung „Als die Royals aus Hannover kamen“ der Personalunion. Das Geschichtsmagazin DAMALS ist Kooperationspartner der Ausstellung und hat das Thema im Heft „Welfen auf Englands Thron“ (5/2014) aufgegriffen.
Laut dem Herausgeber Arnd Reitemeier, Leiter des Instituts für Historische Landesforschung der Universität Göttingen, dokumentiert der Sammelband der Vortragsreihe, „dass die Personalunion zwischen Großbritannien und Hannover vordergründig eine politische Verbindung war, die aber tatsächlich von Transferleistungen und Prozessen des kulturellen Austauschs geprägt waren. Diese können nicht isoliert, sondern müssen stets im europäischen oder sogar weltweiten Kontext gesehen werden.“
Zu den Einrichtungen, die seit der Personalunion Bestand haben und bis heute für die Verknüpfung zwischen den anglo-amerikanischen und den deutschsprachigen Kulturräumen stehen, gehört die Universität Göttingen. Ihr kam daher besonders in der Wissenschaft eine herausgehobene Bedeutung für den Kulturtransfer zu: In Göttingen wurde erstmals eine große Bibliothek an einer Universität und nicht an einem Hof eingerichtet – ein Merkmal, das die Universität für ihre Außenwirkung nutzte. Andere Aufsätze in dem Band beschreiben beispielsweise den umfassenden Wandel des Verhältnisses zwischen Großbritannien und Hannover anhand von Karikaturen in britischen Zeitungen oder das Selbstverständnis der frühen amerikanischen Präsidenten in ihrer Abgrenzung zu den britischen Monarchen.
Originalveröffentlichung: Arnd Reitemeier (Hrsg.), Kommunikation und Kulturtransfer im Zeitalter der Personalunion zwischen Großbritannien und Hannover: „to prove that Hanover and England are not entirely synonymous“. Universitätsverlag Göttingen 2014, 262 Seiten, ISBN 978-3-86395-173-3, 26 Euro.





