Bei der von Gabriele Signori und Jürgen Klöckler initiierten Vortragsreihe sollen vermehrt die medialen und kommunikativen Aspekte des Konzils thematisiert werden und zum Beispiel auf die Rolle von Musik, Prozessionen, Handschriften und Bildern eingegangen werden.
Das Konstanzer Konzil, das bis 1418 tagte, war einberufen worden, um akute Fragen der Kirchenführung zu behandeln. Seit 1378 war die Kirche gespalten und Papst und Gegenpapst in Rom und Avignon beanspruchten das Amt des Oberhauptes der Kirche jeweils für sich; seit dem Konzil von Pisa 1409 kam ein dritter Papst hinzu. Die Würdenträger aus Adel und Klerus kamen aus ganz Europa nach Konstanz: dem Reich, England, Frankreich, Italien, später gesellten sich auch Vertreter aus Aragón und Kastilien dazu. Trotz der zu dieser Zeit teilweise verfeindeten Staaten kam es zu einem Dialog unter Führung des deutschen Königs Sigismund, der dazu führte, dass alle drei Päpste abgesetzt wurden und ein einziger neuer erkoren werden konnte.
In die Zeit des Konzils fällt auch die Verbrennung des „Ketzers“ Jan Hus, der mit seinen reformatorischen Ansätzen die Kirchenoberen verärgert hatte. Er wurde im Juli 1415 in Konstanz auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Gemäß der damaligen Konzilsdauer will die Stadt Konstanz ihre Jubiläumsveranstaltungen bis ins Jahr 2018 fortführen. Dazu wird jedes Jahr ein anderer Protagonist des Konzils im Mittelpunkt stehen und neue Themen in den Vordergrund gerückt werden. Die Ringvorlesung der Universität kann noch bis zum 10.02.2015 besucht werden, jeweils dienstags von 18:15-19:45 Uhr im Speichersaal des Konzilgebäudes.
Zum Programm geht’s hier: http://www.konstanz.de/rathaus/medienportal/mitteilungen/07146/index.html





