Der Autor zeigt, dass in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zunehmend außereuropäische Herrscher den Weg nach Europa antraten. Die weltweit verbreitete Monarchie stiftete ein Bindeglied, das tendenziell dazu in der Lage war, kulturelle und machtpolitische Unterschiede zu überwinden. Tatsächlich gab es so etwas wie eine globale höfische Kultur, die sich in einem ähnlichen Hofzeremoniell ausdrückte. Die Besucher nutzten ihre Reisen dazu, ihre Souveränität herauszustreichen, und suchten Anerkennung. Diese wurde ihnen auch gewährt, gleichwohl blieben sie in einer gewissen Außenseiterposition. Trotzdem waren Höfe Orte globaler Verbindungen, über die sich Praktiken aus Europa weltweit verbreiteten und umgekehrt. Motadel hat der Globalgeschichte der Monarchie mit seinem Buch eine faszinierende Facette hinzugefügt.
Rezension: Dr. Sebastian Rojek
David Motadel
Globale Monarchie
Royale Begegnungen und die Ordnung der Welt im imperialen Zeitalter
Wallstein Verlag, Göttingen 2024, 208 Seiten, € 18,–





