Ausgangspunkt der Ausstellung sind neue Forschungsergebnisse – daher arbeitet das Museumsteam eng mit dem Exzellenzcluster „Asia and Europe in a Global Context“ der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der Technischen Universität Darmstadt zusammen. Die Ausstellung ist nach den „Elementen“ Feuer, Erde und Wasser gegliedert, hinzu kommt der Faktor Mensch. Ausgangspunkt ist das sagenumwobene Inselreich Atlantis, von dessen Untergang der griechische Philosoph Platon berichtet.
Obwohl jede Katastrophe einzigartig ist, gibt es bei den Reaktionen wiederkehrende Muster, so der Ansatz der Reiss-Engelhorn-Museen: Auf Schock und Entsetzen folgten Rettungsmaßnahmen. Danach beginne der Wiederaufbau, die Suche nach den Ursachen und schließlich die Verdrängung. Um eine Wiederholung der Katastrophe zu verhindern, werden Frühwarnsysteme entwickelt, erdbebensichere Häuser gebaut oder Deiche aufgestockt.
Die Gründe der Katastrophe, meinen die Ausstellungsmacher, würden nicht nur in natürlichen Vorgängen gesucht, sondern auch bei Menschen, Göttern und Fabelwesen werde nach Schuldigen gefahndet. In Japan sei beispielsweise dem Volksglauben nach ein riesiger Fisch, der Wels Namazu, verantwortlich, wenn die Erde bebt. Er soll im Zentrum der Erde leben und werde von einer Gottheit gelähmt. Wenn er sich dennoch bewegt, behauptet die Sage, habe dies todbringende Folgen.
Rund 200 teils noch nie gezeigte Ausstellungsstücke aus zahlreichen Museen und Privatsammlungen werden auf einer Gesamtfläche von 900 Quadratmetern dargeboten und spannen den Bogen von Katastrophen der Antike bis zu Unglücken der Gegenwart. Das Spektrum reicht von historischen Gemälden, römischen Büsten und japanischen Holzschnitten über Alltagsgegenstände, Naturalien und wissenschaftliche Messinstrumente bis hin zu Originalberichten und Fotografien. Panoramen, Filme, Hörbeispiele und interaktive Stationen runden das Ausstellungserlebnis ab.





