1581 Unter dem wachsenden Druck der Gegenreformation sagen sich die nördlichen Provinzen der Niederlande von Spanien und dem Haus Habsburg los und gründen die Generalstaaten. In Norddeutschland ziehen die protestantischen Fürsten verstärkt Kirchengüter ein (Säkularisation).
26. August 1596 Friedrich V., der spätere „Winterkönig“, wird als Kind des calvinistischen Kurfürsten Friedrich IV. von der Pfalz und von Louise Juliane von Oranien bei Amberg, der Haupt- und Residenzstadt der Oberpfalz, geboren.
1593–1609 In Ungarn kommt es an der Grenze zum Osmanischen Reich wiederholt zu Scharmützeln. Um den sich anschließenden „Türkenkrieg“ zu finanzieren, ist Kaiser Rudolf II. auf die evangelischen Fürsten angewiesen und muß weiterhin deren Säkularisationen dulden. Der Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken verstärkt sich auf den Reichstagen 1597/98 und 1603. Die Kurpfalz und einige evangelische Herrscher gründen am 12. Mai 1608 die Union protestantischer Fürsten. Auf Initiative Maximilians von Bayern wird am 10. Juli 1609 als katholischer Gegenbund zur Union die Liga gegründet.
1612 Kaiser Rudolf II. stirbt am 20. Januar. Fünf Monate später wird sein Bruder Matthias zum Kaiser gewählt.
1613/14 Friedrich V. heiratet Elisabeth Stuart, die Tochter König Jakobs I. von England. Aus der Ehe gehen 13 Kinder hervor. Mit Erreichen der Volljährigkeit übernimmt Friedrich am 26. August 1614 die Regierung und avanciert in der Nachfolge seines Vaters auch zum Haupt der protestantischen Union.
1617/18 Erzherzog Ferdinand von der Steiermark, ein entschiedener Vertreter der Gegenreformation, wird im Juni 1617 zum König von Böhmen gewählt. Am 23. Mai 1618 werfen böhmische Ständedeputierte einen Schreiber und die kaiserlichen Statthalter Martinitz und Slawata aus einem Fenster der Prager Burg. Ein Misthaufen unterhalb des Fensters verhindert das Schlimmste: Beide überleben. Slawata wird 1628 vom Kaiser zum Oberkanzler von Böhmen berufen. Ein singuläres Ereignis war diese „Defenestration“ nicht – bereits 1419 warfen Anhänger des Reformators Jan Hus einige Konsuln aus dem Prager Rathaus und leiteten damit die Hussitenkriege ein. Aufgebrachte Protestanten bereiteten dem Bürgermeister der Stadt unter der Herrschaft Wladislaws II. das gleiche Schicksal. Im Fall des „Prager Fenstersturzes“ von 1618 werfen die Stände König Ferdinand die Mißachtung des 1609 erlassenen Majestätsbriefs vor, der einige günstige Bestimmungen zur Glaubensfreiheit beinhaltet. Ob der Aufstand sich gegen die Vorherrschaft des Hauses Habsburg richtet, kann nicht eindeutig beantwortet werden. Der „Prager Fenstersturz“ leitet den Dreißigjährigen Krieg ein.
10. Juli 1618 Die Böhmen bitten den pfälzischen Kurfürsten, beim Kaiser zu vermitteln. Die Kurpfalz betreibt in der folgenden Zeit ein doppeltes Spiel: Einerseits zeigt sich Friedrich aufgeschlossen gegenüber den Ausgleichsvorschlägen des Kaisers, andererseits sympathisiert er mit den Aufständischen. Christian von Anhalt, Friedrichs wichtigster Ratgeber, unterstützt die Böhmen sowohl militärisch als auch finanziell.





