Stadtbaumeister Jörg von Halsbach hatte sich für eine Ziegelbauweise entschieden, die maßgeblich für den schnellen Baufortschritt verantwortlich war, da keine aufwendigen Steinmetzarbeiten notwendig wurden. Als der Bau dennoch aufgrund finanzieller Schwierigkeiten ins Stocken geriet, wandte sich Stadtpfarrer Balthasar Hundertpfund hilfesuchend nach Rom. Papst Sixtus IV. gewährte einen Jubiläumsablass, aus dessen Geldern gut 15000 Gulden in die Kassen der Bauhütte gespült wurden. Dass der Bau so vehement vorangetrieben wurde, lag auch im Interesse des Herzogs: In Konkurrenz zu den wittelsbachischen Nebenlinien, die in Straubing und Landshut mit beeindruckenden gotischen Kirchbauten aufwarten konnten, musste die neue Frauenkirche etwas Besonderes sein. Tatsächlich hatte sie ein Kaisergrab aufzuweisen: das Grab Kaiser Ludwigs des Bayern in der Vierung, zu dem der Blick des Betrachters durch die strenge Architektur unweigerlich gezogen wurde. Das Grabmal ist längst an eine andere Stelle gerückt, doch mit ihren „welschen“ Turmhauben ist die Frauenkirche noch immer Wahrzeichen Münchens.





