Annette Seemann schildert die Kulturgeschichte der Stadt von der Altsteinzeit bis zur Ernennung als Weltkulturerbe und verschweigt nicht deren dunkle Punkte. Sie bietet einen gut lesbaren Überblick; interessant etwa ihre Ausführungen zur Rolle Weimars als musealer Gedächtnisort in der DDR. Ihre Erzählung ist allerdings manchmal ungenau und wenig analytisch. Nur ein Beispiel: Wie sich die Italien-Begeisterung der klassischen Dichter, die Seemann „übertrieben“ nennt, erklären lässt, welchen Stellenwert die Antike überhaupt als gesellschaftlicher und dichterischer Gegenentwurf zu deutschen Verhältnissen hatte, muss dem Leser dunkel bleiben.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger





