Den Anfang macht Herzogin Anna Amalia, die seit 1756 Grundlagen für die Entwicklung Weimars zu einem geistigen Zentrum legte, indem sie etwa den Zuzug bedeutender Gelehrter förderte. Wenig überraschend folgen Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller, die in Weimar Literaturgeschichte schrieben. Die folgenden Kapitel sind unter anderem dem Musiker Franz Liszt, der bis 1861 als Leiter der Hofkapelle in Weimar tätig war, dem Kunstsammler Harry Graf Kessler sowie dem Bauhaus-Gründer Walter Gropius gewidmet. Hesse beschreibt lebendig und unterhaltsam, wie diese Persönlichkeiten das kulturelle Leben der Stadt prägten. Wer neue, bahnbrechende Forschungserkenntnisse zur Weimarer Kulturgeschichte oder eher unbekannte historische Akteure erwartet, könnte enttäuscht sein. Wer jedoch in einer gut lesbaren Darstellung durch knapp 200 Jahre Weimarer Kulturgeschichte reisen und dabei all den bekannten Geistesgrößen und Genies begegnen möchte, ist mit der Lektüre gut beraten.
Rezension: Dr. Anna Joisten
Helge Hesse
Ein deutsches Versprechen
Weimar 1756–1933
Reclam Verlag, Stuttgart 2023, 283 Seiten, € 28,–





