„Am Forschungszentrum Dresden Rossendorf wurden bereits zahlreiche Kunstobjekte einer zerstörungsfreien Materialanalyse mithilfe eines Protonenstrahls an Luft unterzogen“, so Dr. Christian Neelmeijer, Physiker am Rossendorfer Institut für Ionenstrahlphysik und Materialforschung. Im Jahr 2009 seien auch großflächige Bruchstellen authentischen Meißner Porzellans untersucht und analysiert worden. Die chemische Zusammensetzung dieser Bruchstücke weicht, besonders im Hinblick auf den Gehalt von Aluminiumoxid, von den Ergebnissen ab, zu denen das British Museum bei der Untersuchung der englischen Vasen gekommen ist.“ Dr. Bernd Ullrich, Wissenschaftler am Institut für Keramik, Glas- und Baustofftechnik der TU Bergakademie Freiberg ergänzte, er habe in den vergangenen 20 Jahren eine Vielzahl historischer chinesischer und japanischer Porzellane analysiert. „Die aus diesen Porzellanen ermittelten Daten ähneln jenen Ergebnissen, die von der Forschergruppe des British Museum an den alten keramischen Erzeugnissen aus England veröffentlicht wurden.” Für ihn sei es daher naheliegend, dass die alten historischen Erzeugnisse aus England Weißware aus Ostasien seien, die nachträglich bemalt wurden.
An der TU Bergakademie Freiberg und am Forschungszentrum Dresden-Rossendorf waren in den vergangenen Jahren Porzellane mittels verschiedener Technologien untersucht worden. Die Ionenstrahlanalyse (FZD) wie auch die Elektronenstrahlanalyse (TU FG) hatten zu vergleichbaren Ergebnissen geführt.
Johann Friedrich Böttger hatte im Jahr 1708 auf der Grundlage der Versuche Ehrenfried Walther von Tschirnhaus das europäische Hartporzellan erfunden und später zur Produktionsreife gebracht. Im Januar 1710 war in Dresden durch August den Starken eine Porzellanmanufaktur gegründet worden. Im Juni desselben Jahres wurde die Produktion auf die Albrechtsburg ins benachbarte Meißen verlegt. Dies gilt als die Geburtsstunde der ersten Porzellanmanufaktur Europas, die in diesem Jahr ihr 300jähriges Jubiläum feiert.
Die Geschichte des Weißen Goldes ist auch Titelthema des Maihefts von DAMALS.





