An der Universität Münster steht das Thema Frieden schon lange im Fokus: Zahlreiche Forscher des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ befassen sich mit der Frage, warum Menschen zu allen Zeiten den Frieden wünschten, seine Bewahrung aber auf Dauer misslang. Daraus entstand die Idee zum Ausstellungsprojekt und der Tagung „Frieden. Von der Antike bis heute“. Vom 22. bis 25. Mai 2018 werden internationale Experten das Thema in 21 Vorträgen beleuchten. Begleitend dazu werden vom 28. April bis 2. September 2018 an fünf Orten in Münster viele Exponate zum Thema zu sehen sein. Unter den Highlights: eine Kopie des ältesten bekannten Friedensvertrags der Geschichte und eine über zwei Meter große Nachbildung der Statue der griechischen Friedensgöttin Eirene.
Was der älteste Friedensvertrag verdeutlicht
Obwohl die Antike sehr von Kriegsverherrlichung und Gewalt geprägt war, werden auch die Bemühungen und der Wille der damaligen Menschen zum Frieden deutlich, so die Botschaft des Projekts. Den Experten zufolge widerlegt in diesem Zusammenhang der mehr als 3200 Jahre alte Friedensvertrag zwischen Ägyptern und Hethitern die Vorstellung, dass damals Frieden nicht durch Verhandlungen herbeigeführt wurde, sondern nur durch Sieg und die Demütigung der Verlierer. „Ägypter und Hethiter sicherten sich in dem Vertrag gegenseitig Unterstützung zu, keiner triumphierte. Dem müssen viele Aushandlungen vorangegangen sein, dies bezeugt eine umfangreiche Korrespondenz zwischen den Herrschern“, betonen Achim Lichtenberger und Helge Nieswandt vom Archäologischen Museum der Universität Münster. „Zwar dominiert in Friedensbildern der Antike der Siegfrieden gegenüber dem Versöhnungsfrieden, doch unsere Forschungen zeigen, dass es auch letzteren gab.“
Zur bronzefarbenen Kopie der Eirene des Bildhauers Kephisodot erklären die Wissenschaftler, dass es sich um eine Statue aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. handelt, deren Original aus Athen nicht mehr erhalten ist. Zahlreiche römische Kopien bezeugen allerdings, welche Popularität dieses Friedenssymbol in der Antike besaß. Eirene hält einen Ploutos-Knaben im Arm – er repräsentiert Reichtum, erklären die Experten. Die Botschaft lautet dabei: Frieden bringt Wohlstand. „Trotz Verherrlichung des Kriegs wusste die Antike immer, dass nicht Krieg, sondern Frieden zum Reichtum führt“, kommentiert Lichtenberger.






