33 Orte oder Regionen in Deutschland tragen den Titel „Welterbe der UNESCO“ und wurden damit vom „World Heritage Committee“ als schützens- und erhaltenswerte Natur- und Kulturgüter eingestuft. Dem Aachener Dom – Pfalzkapelle Karls des Großen und Krönungsort der römisch-deutschen Könige im Mittelalter – wurde 1978 als erstem Gebäude in Deutschland die ehrenvolle Bezeichnung zuerkannt. Mittlerweile finden sich unter den deutschen Welterbestätten ganz unterschiedliche Zeugen der bewegten Geschichte des Landes. Bedeutende Klöster und Kirchen zählen ebenso dazu wie die Wartburg in Thüringen, die Altstadt von Regensburg, das klassische Weimar oder – als Merkmal der industriellen Prägung des Ruhrgebiets – die Zeche Zollverein in Essen, die noch bis 1986 in Betrieb war. Aber nicht nur Städte und Gegenden mit bedeutenden historischen Gebäuden können mit dem Welterbetitel jährlich zahlreiche Touristen locken. Auch ganze Regionen wie das Obere Mittelrheintal zwischen Bingen und Koblenz, der obergermanisch-rätische Limes in Südwestdeutschland oder das Wattenmeer der Nordsee gelten als herausragende Beispiele einmaliger Kulturgeschichte oder Naturlandschaften, deren Schutz laut UNESCO in der Verantwortung der gesamten Völkergemeinschaft liegt.
Mit dem Erwerb des UNESCO-Titels geht oft die Hoffnung von Lokalpolitikern einher, einen höheren Bekanntheitsgrad des jeweiligen Denkmals und eine damit verbundene Steigerung des Besucheraufkommens zu erzielen. Besonders das 2004 in den Welterbestatus erhobene Dresdner Elbtal erregte in letzter Zeit hohe Aufmerksamkeit in den Medien. Nachdem geplant worden war, für eine Verbesserung der Infrastruktur die sogenannte Waldschlößchenbrücke über die Elbe und die angrenzenden Auen zu errichten, wurde das Dresdner Elbtal auf die „Liste des gefährdeten Welterbes“ gesetzt. 2009, zwei Jahre nach Baubeginn der Brücke, wurde Dresden der Titel schließlich aberkannt, da man durch den Bau einen zu großen Eingriff in die Kulturlandschaft befürchtete. Diese Entwicklung warf zugleich die generelle Frage auf, ob man sich bei baulichen Änderungen über die strengen Maßgaben der UNESCO hinwegsetzen dürfe und damit das Risiko der Aberkennung des Welterbetitels eingehen solle.
Die Stadt Frankenthal nördlich von Ludwigshafen liegt selbst in unmittelbarer Nähe zu den bedeutenden mittelalterlichen Erinnerungsorten Kloster Lorsch und dem Dom zu Speyer. Die Ausstellung zielt allerdings bewusst auf eine Würdigung aller deutschen Kulturgüter und Naturdenkmale, die mit dem begehrten Titel ausgezeichnet wurden. Am 25. Oktober und am 8. November finden jeweils um 19 Uhr unter der Leitung des Museumsdirektors Dr. Edgar J. Hürkey Kolloquien in der Ausstellung statt, zu denen man sich über die Volkshochschule Frankenthal anmelden kann.





