1987 beschloss der britische Soldat und Amateurarchäologe Major Anthony Clunn in Abstimmung mit dem zuständigen Stadt- und Kreisarchäologen Prof. Dr. Wolfgang Schlüter, das Gebiet um das Schloss Neu Barenaue nach Hinweisen auf antike Kampfhandlungen abzusuchen. Innerhalb kurzer Zeit fand Clunn 162 römische Münzen und drei Wurfgeschosse aus Blei. Zwei Jahre später begannen systematische archäologische Ausgrabungen, um die Geschichte dieses Ortes zu erhellen. Dabei wurden zahlreiche Bronzemünzen, Bruchstücke militärischer Ausrüstung und Bewaffnung, acht Gruben mit menschlichen Knochen und Skelette von Maultieren gefunden. Dass hier zur Zeit des Kaisers Augustus ein er‧bitterter Kampf stattgefunden haben muss, bei dem zahlreiche römische Soldaten starben, war damit offenkundig.
Bereits 1990 beschlossen ehrenamtlich engagierte Bürger aus der Umgebung, den historischen Ort und die Ausgrabungen für Besucher zugänglich zu machen. Ein erstes Informationszentrum entstand. Wissbegierigen Gästen wurde direkt an der Ausgrabung der neueste Kenntnisstand erläutert.
Im Jahr 2000 wurde ein archäologischer Park mit Informationszentrum in der Nähe der Ausgrabungen eröffnet. Interessierte Besucher konnten sich vor Ort über den Fortgang der Forschungen und die ersten spektakulären Funde, darunter die eiserne Maske eines römische Reiters, informieren.
Das neue Museum mit einem 40 Meter hohen Aussichtsturm wurde 2002 eröffnet. Träger sind der Landkreis Osnabrück und die Stiftung der Sparkassen des Osnabrücker Landes. Das Museum beherbergt neben zwei Vortragssälen eine Dauerausstellung zur Varusschlacht. Darin wird die schrift‧liche Überlieferung der Varusschlacht vorgestellt, werden die Wege und Irrwege ihrer archäologischen und naturwissenschaftlichen Erforschung beleuchtet und zu den Funden in Bezug gesetzt, die bei den Ausgrabungen ans Tageslicht kamen.
Seit 2003 boten Sonderausstellungen im Turm sowie im Foyer des Mu‧seums vertiefende Informationen zu verschiedenen Facetten der Varusschlacht und ihrer Erforschung. Stets wurden sie begleitet durch Thementafeln im Park – ein Rundgang durch den Park rundete die Informationen ab.
Anlässlich des 2000. Jahrestags der Varusschlacht im Jahr 2009 wurde die Dauerausstellung Varusschlacht von Grund auf umgestaltet und inhaltlich neu konzipiert. Das einst geheimnisvoll schimmernde Labyrinth wurde abgebaut. Entstanden ist nun ein heller, übersichtlich gegliederter Rundgang.
Der neue Rundgang ist in sechs Kapitel unterteilt. Dar‧in werden unter anderem die unterschiedlichen Lebenswelten von Römern und Germanen sowie die römische Machtpolitik gegenüber den Stämmen dargestellt. Dank moderner Technik bietet sich Varus und Arminius erstmals die Gelegenheit zur Aussprache. Die Schauspieler Thomas Thieme und Max Engelke haben ihnen Kopf und Stimme geliehen und präsentieren drei mögliche Gesprächsverläufe.





