Wenn die Bezeichnung „Eiserner Vorhang“ für die quer durch Europa verlaufende Trennlinie zwischen den politischen Systemen in den 1980er Jahren noch eine Berechtigung hatte, dann an der fast 250 Kilometer langen Grenze der Volksrepublik Ungarn zu Österreich. Im Gegensatz zu den Betonwänden der Berliner Mauer muteten die auf verwitterten Holzpfählen montierten Stacheldrahtreihen an der ungarischen Grenze wie ein Relikt aus der Frühzeit des Kalten Krieges an.
Das Sperrsystem war Ende der 1980er Jahre hoffnungslos veraltet. Es war jedoch alles andere als eine harmlose Demarkationslinie. Ungarn sicherte mit dem maroden Stacheldrahtzaun eine sensible Außengrenze des Ostblocks. Die Grenzer hinderten Hunderte von DDR-Bürgern daran, den Urlaub in dem etwas freizügigeren Land zur Flucht über die „grüne Grenze“ in den Westen zu nutzen. Dazu hatte sich Ungarn 1969 in einem Abkommen gegenüber der DDR verpflichtet und lieferte noch bis in das Frühjahr 1989 hinein Flüchtlinge an die DDR-Staatssicherheit aus. Für die Ungarn selbst war die Grenze inzwischen allerdings zu einem Anachronismus geworden. Im Vergleich zu den anderen Ostblock-Staaten genossen die Ungarn mehr Freiheiten und konnten mit einem Touristenvisum in den Westen reisen. Seit dem 1. Januar 1988 hatte jeder Bürger das Recht, einen „Weltpass“ zu beantragen. …
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 05/2014.
Dr. Jürgen Danyel





