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Western-Heldin im Nebel der Legenden
Als „Calamity Jane“ wurde Martha Jane Canary zur Heldin unzähliger Filme, Comics und Groschenromane. Dem echten Leben der Western-Legende auf die Spur zu kommen erweist sich hingegen als eine fast unmögliche Aufgabe – zumal Canary selbst einiges zur Legendenbildung beitrug.
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von FELIX MELCHING
Schon 1949 musste Robert Casey in seinem Buch „The Black Hills and their Incredible Characters“ feststellen, dass seine Recherchen zu Martha Jane Canary mehr Fragen aufgeworfen als Antworten geliefert hatten: „Wenn mich vor langer Zeit jemand gefragt hat, wer Calamity Jane war, war die Antwort einfach. Ich kannte die ganze Geschichte auswendig, komplett mit Namen, Daten, Adressen … Wenn mir heute jemand die gleiche Frage stellt, ist die Antwort immer noch einfach: Ich weiß es nicht.“ Caseys Frust ist nur verständlich: Wie bei vielen Charakteren des sogenannten Wilden Westens verschwimmen bei „Calamity Jane“ Geschichte und Geschichten, Fakt und Fiktion.
Mit einiger Sicherheit wurde Martha Jane Canary in den 1850er Jahren in oder in der Nähe von Princeton, Missouri, geboren. Was das Geburtsjahr betrifft, variieren die Angaben. Sie selbst nannte später 1852, ein Zensus-Eintrag von 1860 vermerkt jedoch, dass Robert W. Canary und seine Frau Charlotte, wohnhaft in Ravanna, Mercer County, Missouri, unter mehreren Kindern eine vierjährige Tochter namens Martha hatten. Demnach wäre das Geburtsjahr 1856.
Nur in mühsamer Kleinstarbeit lässt sich das wenige, was über die Familie in Erfahrung zu bringen ist, aus Kirchenbüchern und Grundbesitzverzeichnissen zusammentragen. Es ist die Geschichte einer Reise immer weiter nach Westen. Großvater James wurde in Virginia an der Ostküste geboren und zog später nach Ohio, wo Marthas Vater Robert zur Welt kam. Wieder etwas weiter westlich, in Iowa, heiratete dieser seine Charlotte, ehe die ganze Familie nach Missouri zog, wo der Großvater 1856 ein Stück Land erwarb, von dem er bald einen Teil an seinen Sohn Robert weiterverkaufte.
Bald darauf wurde die politische Lage in Missouri brenzlig. Während des amerikanischen Bürgerkrieges (1861–1865) wurde der Staat zum Schauplatz eines mit äußerster Härte geführten Guerillakriegs zwischen den mit dem Süden sympathisierenden „Bushwhackers“ und regulären Truppen und Milizen aus dem Norden. Viele Bewohner Missouris verließen ihre Häuser und Farmen und zogen weiter nach Westen – so auch die Canarys.
Ziel der Familie war Virginia City in Montana, eine jener zahllosen Boomtowns, die nach einem Goldfund in kurzer Zeit stark wuchsen, deren Bevölkerung jedoch auch schnell wieder weiterzog. Die Canarys fanden ihr Glück nicht. Beide Eltern starben Mitte der 1860er kurz nacheinander – und die Kinder waren auf sich allein gestellt.
Wie und wo Martha in den kommenden Jahren lebte, ist nicht zu ergründen. Klar ist: Das Leben in den Goldgräbercamps von Wyoming, Montana und den Dakotas war kein Zuckerschlecken. Die Orte waren geprägt von der hohen Mobilität ihrer Bevölkerung, nur mangelhaft ausgeübter obrigkeitlicher Kontrolle und einem starken Überschuss an jungen Männern.
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Erfasst vom Zensus: eine von 16 Frauen unter 90 Einwohnern
Ein einziges Mal ist Martha Jane Canary in jenen Jahren sicher zu verorten. Wieder wurde sie vom Zensus erfasst. Diesem zufolge lebte sie 1869 in Piedmont, Carter County, Wyoming. Als Alter werden 15 Jahre angeben, was als drittes mögliches Geburtsjahr 1854 ins Spiel bringt. In Piedmont, einer Eisenbahnstation, an der die Dampflokomotiven der Union Pacific frisches Wasser aufnahmen, waren von 90 Einwohnern nur 16 Frauen, und Canary war als Einzige von ihnen nicht verheiratet.
Vermutlich schlug sie sich in dieser Zeit, wie auch in späteren Jahren, mit Gelegenheitsjobs durch. Spätere Berichte geben an, sie habe zum Beispiel als Köchin, Waschfrau, Lastenfahrerin, Mauleseltreiberin und Prostituierte gearbeitet. Eigenen Angaben zufolge diente sie Anfang der 1870er auch als Scout für die Armee – deren Berichte und Soldlisten bestätigen dies allerdings nicht.
Mit einiger Sicherheit hielt sich Canary jedoch zumindest phasenweise im Umfeld der Armee auf. Sicher belegt ist ihre Teilnahme an der „Newton-Jenney-Expedition“ von 1875. Offiziell war deren Aufgabe die Vermessung der Black Hills – nebenbei sollte sie jedoch Berichte über Goldfunde in der Region prüfen. Politisch war das Vordringen von Goldsuchern in die Black Hills heikel, waren diese doch vertraglich den Lakota zugesichert worden, die sie als heilige Berge verehrten. Der aufflammende Konflikt zwischen Goldgräbern und Lakota führte schließlich zu militärischen Auseinandersetzungen, in deren Folge die Lakota – trotz ihres berühmten Erfolgs über General Custer am Little Bighorn (1876) – zu Opfern des Verdrängungsprozesses wurden.
Wieso Canary an der Expedition teilnahm, ist ebenfalls nicht zu klären. Jedoch entstand während der Reise eine Fotografie von ihr, die sie auf einem Felsen sitzend und in Männerkleidung zeigt. Auch auf späteren Aufnahmen ist Calamity Jane zumeist in „Buckskins“ zu sehen (einer Kombination aus Jacke und Hose in erdfarbenem Wildleder). Was Canary bewogen hat, Männerkleidung zu tragen, ist abermals nicht endgültig zu klären. Sicher waren Buckskins leicht verfügbar und gerade bei einer Expedition praktischer als Frauenkleider.
Zudem kann von einer Schutzfunktion ausgegangen werden. Indem sie Männerkleidung anlegte und ein als maskulin empfundenes Verhalten an den Tag legte, indem sie rauchte, trank und fluchte, wurde sie in der „Männerwelt“ weniger als Frau wahrgenommen. Ihre Entscheidung, sich wie ein Mann zu kleiden, war unorthodox, aber keineswegs irrational – hatte jedoch ihren Preis: Das Abweichen von der Norm verschaffte ihr ein Stück „Narrenfreiheit“, machte sie jedoch gleichzeitig zu einer Außenseiterin.
1876 taucht sie als „Calamity Jane“ im berüchtigten Deadwood auf
Schon im folgenden Jahr tauchte Canary erneut im Umfeld einer Expedition in die Black Hills auf. Diesmal handelte es sich um eine rein militärische Kampagne unter Leitung von General George Crook. Canary verließ den Tross jedoch, ehe Crooks Einheiten im Juni die Schlacht am Rosebud Creek ausfochten. Stattdessen nahm Canary an einem Ereignis teil, das in der Folklore des Westens einen besonderen Platz einnimmt: dem Einzug von „Wild Bill“ Hickok in Deadwood, South Dakota.
Der Ruf Deadwoods war katastrophal – selbst an den Maßstäben von Ort und Zeit gemessen. Der „Laramie Daily Sentinel“ schrieb über den Ort: „Ungefähr die Hälfte der Häuser der Stadt sind Schnapsläden, Kneipen und Spielhöllen.“ Und eben hier traf im Sommer 1876 eine Reisegruppe ein, zu der gleich mehrere Legenden des alten Westens gehörten: der Revolverheld, Ex-Jayhawker und professionelle Spieler „Wild Bill“ Hickok, der Trapper und Goldsucher „Colorado Charlie“ Utter, die als „Madame Moustache“ bekannte Bordellbesitzerin Eleanor Dumont und Martha „Calamity Jane“ Canary.
Der Aufenthalt der Gruppe in der Stadt währte nur wenige Wochen und lieferte doch den Stoff für unzählige Filme und Romane. Höhepunkt war am 2. August der gewaltsame Tod Hickoks, der am Pokertisch sitzend von John „Broken Nose Jack“ McCall erschossen wurde. Angeblich mit einem Blatt aus Achten und Assen in Pik und Kreuz auf der Hand – der „Dead Man’s Hand“.
Canary hingegen sorgte schon beim Einritt der Gruppe in die Stadt für Furore. Erstmals ist in diesem Zusammenhang ihr Spitzname belegt: „Calamity Jane has arrived!“, meldete die Lokalzeitung. Worauf genau dieser Spitzname zurückgeht, ist unklar. Aber das englische Wort calamity (Katastrophe, Unglück) ist möglicherweise eine leicht ironische Anspielung auf Janes schwierige Lebensumstände.
In Deadwood machte Canary besonders mit einer Fähigkeit auf sich aufmerksam: der des Geschichtenerzählens. Nur zu gerne bediente die Frau, die Männerkleidung trug und trank und fluchte wie ein Mann, die Neugier ihrer Zuhörer in den Saloons und unterhielt sie mit den Geschichten ihrer vermeintlichen Abenteuer. Bald berichteten Tages- und Wochenzeitungen weit und breit von den Umtrieben von Hickok, Canary & Co. Doch nicht alle Zeitungen nährten den Mythos. Manch ein Journalist zeigte sich auch enttäuscht von den selbsternannten Helden der „Frontier“, jenes Grenzlandes im Westen, das mit dem Vordringen der Eisenbahn zusehends verschwand.
Calamity Jane war auf der Bildfläche erschienen – und bald berühmt dafür, berühmt zu sein, ohne dass so ganz genau klar war, wofür sie eigentlich berühmt war. Sie wurde zu einer Kultfigur des Westens, der jeder einmal begegnet sein wollte und deren „wahre Geschichte“ jede Zeitung weit und breit druckte – wobei sie selbst ihr Bestes tat, die Legende zu nähren.
Die Frau in Männerkleidern wird zur Heldin von Groschenromanen
Mit ihrem Auftreten traf sie den Nerv der Zeit. In den 1870er Jahren erschienen immer häufiger Erfahrungsberichte von Autoren, die im Westen gelebt oder ihn bereist hatten oder eines von beiden vorgaben. Viele gaben an, der berühmten Calamity Jane entweder persönlich begegnet zu sein oder wenigstens aus seriöser Quelle von ihren Abenteuern gehört zu haben.
Schnell bildete sich ein Kanon an Geschichten über sie heraus. Zur berühmtesten wurde die eines Überfalls auf eine Postkutsche in der Nähe von Deadwood, in dessen Folge Calamity Jane die führerlose Kutsche wieder unter Kontrolle brachte und die wertvolle Fracht rettete. Die vermeintliche Heldentat wurde 1953 im erfolgreichen Western-Musical „Calamity Jane“ von Doris Day besungen („Whip-Crack-Away“) und auf Zelluloid verewigt.
Ebenso wenig belegt wie diese Episode ist die von Canary selbst tradierte Geschichte, nach der sie ihren Spitznamen vom Army-Captain James Egan erhalten habe, nachdem sie diesen vor einem Überfall der Nez Percé gerettet habe. Egan selbst, der ein prominenter Veteran der Bürger- und Indianerkriege war, bestritt den Vorfall später.
Bald tauchte „Calamity Jane“ auch in Groschenromanen über den Westen auf. Häufig integrierten diese reale Vorbilder in ihre Geschichten, und auch „Calamity Jane“ entpuppte sich als ideale Figur für die schnell geschriebenen und billig verkauften Hefte. Zahlreich waren besonders ihre Auftritte in der seit 1877 von Edward Wheeler verfassten „Deadwood Dick“- Reihe, deren gleichnamige Titelfigur große Popularität erlangte.
Doch während sich die Entwicklung der literarischen Figur „Calamity Jane“ seit den 1870ern gut dokumentieren lässt, verhält es sich bei ihrem Vorbild aus Fleisch und Blut deutlich schwieriger. Zahllose mäßig glaubwürdige und sich vielfach widersprechende Berichte darüber, wo und wovon sie lebte, verwirren das Bild. Vermutlich schlug sie sich weiterhin an wechselnden Orten mit Gelegenheitsjobs durch und pflegte dabei eher nebenbei ihr Image als schillernder Charakter und Western-Heldin.
In den 1880ern lebte Canary mit verschiedenen Männern zusammen, wobei sich Hinweise darauf, dass sie mit dem einen oder anderen auch verheiratet war, nicht eindeutig belegen lassen (oder sich vermeintliche Heiratsurkunden als Fälschungen entpuppten). Auch zur Geburt eines oder mehrerer Kinder variieren die Angaben. Wirklich sesshaft wurde Martha Canary wohl nie, wenngleich sie mehrfach den Versuch machte, sich niederzulassen, etwa als Betreiberin eines Gasthauses im Yellowstone Valley Anfang der 1890er Jahre. Stattdessen blieb sie ihrem unsteten Lebensstil treu und profitierte dabei auch von ihrer zunehmenden Bekanntheit.
Von durchdachter Selbstvermarktung als lebendes Relikt des „Wilden Westens“ im Stil eines William F. Cody kann dabei jedoch nicht die Rede sein – eher versuchte sie, ihren Ruhm in klingende Münze umzuwandeln, wenn sich die Gelegenheit ergab. Der wohl ernsthafteste dieser Versuche war ihr Auftritt in einem „Dime Museum“. Mehr als Show denn als Museum konzipiert, waren „Dime-Museen“ eine beliebte Form der Unterhaltung, wobei der Anspruch, das Publikum zu bilden, eher theoretischer Natur war.
Zu den größten Anbietern auf dem Markt zählte das Unternehmen „Kohl & Middleton“, welches unter anderem in Chicago, Milwaukee, Cincinnati, Minneapolis und Cleveland Dime-Museen betrieb. Vorgeführt wurden darin Kuriositäten aller Art – auch menschlicher Natur. So hatte die Firma in der Frühlingssaison 1896 Stars mit vielsagenden Namen in ihren Reihen: „Big Ella“, „Goliath“, „The Rattlesnake King“, „The Clever Magician“ – und „Calamity Jane, Heroine of the Plains“. Von den Veranstaltern mit neuen Buckskins und einer Winchester ausstaffiert, trat Canary zweimal am Tag vor zahlendem Publikum auf, erzählte Geschichten aus dem Westen und beantwortete Fragen der neugierigen Besucher.
Auftritte in Western-Shows und eine eher fiktive Autobiographie
Im Zusammenhang mit der Show entstand als Begleitheft für die Besucher auch Canarys wenige Seiten umfassende „Autobiographie“, die jedoch nicht von ihr selbst, sondern von einem Ghostwriter verfasst wurde. Geschildert werden darin ihr bisheriger Lebensweg, inklusive fiktiver Lebensabschnitte als Scout für General Custer und als Reiterin für den Pony-Express, ihre vermeintliche Beteiligung an der Verhaftung des Mörders von Bill Hickok und die mittlerweile berühmten Geschichten von der Postkutsche und der Rettung Captain Egans.
Nach dem Ende ihrer Show-Auftritte zehrte Canary noch über Jahre vom Verkauf ihr überlassener Restexemplare des Büchleins. Zudem verkaufte sie Postkarten und Interviews und trat gegen Entlohnung bei Tanzveranstaltungen auf. Dennoch blieb ihre Lebenssituation prekär. Als Canary im Februar 1901 einige Nächte im Armenhaus von Gallatin County in Montana verbrachte, berichteten Zeitungen über ihren tiefen Fall und verschafften ihr damit Zuwendungen von alten Bekannten und solchen, die sich mit der Bekanntschaft schmücken wollten.
Von dem Vorfall erfuhr auch die Autorin und Philanthropin Josephine Brake. Beflügelt von dem Ansinnen, Canary zu helfen (und einer Geschäftsidee), reiste sie im Juli nach Montana und spürte Canary in einem Goldgräbercamp bei Livingston auf. Die Hilfsaktion für die gealterte Western-Heldin wurde von der lokalen Presse mit Interesse verfolgt. Die „Billings Gazette“ warnte, dass Brake rein finanzielle Interessen verfolge. Doch Canary war bereit – und verzweifelt genug, sich helfen zu lassen.
Abermals neu eingekleidet, reiste Canary mit ihrer Gönnerin nach Osten, ließ sich vor den Niagarafällen fotografieren, nahm an Banketten teil und wurde durch Vermittlung Brakes Teil der von Frederick T. Cummins organisierten Wildwestshow auf der „Pan-American Exhibition“ in Buffalo, New York, an der neben ihr auch der legendäre indigene Medizinmann Geronimo sowie William F. Cody alias „Buffalo Bill“ teilnahmen. Nachdem sie jedoch mehrfach wegen Trunkenheit negativ aufgefallen war, lieh sich Canary von Cody Geld für ein Zugticket und machte sich auf den Weg zurück in den Westen.
Martha Jane stirbt verarmt, aber ihr Mythos lebt weiter
Von Geldsorgen und gesundheitlichen Problemen geplagt, starb Martha Jane Canary am 1. August 1903 im Calloway Hotel in Terry, South Dakota, wahrscheinlich an den Folgen jahrelangen Alkoholmissbrauchs. Publikumswirksam wurde sie auf dem Mount Mariah Cemetery in Deadwood begraben – direkt neben „Wild Bill“ Hickok.
Schon bald machten Gerüchte über eine mögliche Liaison der beiden die Runde. Wenngleich unbegründet, sollten sie sich hartnäckig halten, auch dank zahlloser neuer Groschenromane, Comics, Theaterstücke und bald auch Filmen. Auch die beiden Kassenschlager „The Plainsman“ mit Gary Cooper und Jean Arthur und das Musical von 1953 mit Doris Day und Howard Keel thematisieren eine mögliche romantische Beziehung beider. 1941 trat in der CBS-Radioshow „We The People“ sogar eine angebliche Tochter der beiden auf, samt gefälschter Heiratsurkunde und weiterer Dokumente wie Briefe und Tagebücher.
Erst nach dem Zweiten Weltkrieg setzte eine ernsthafte Beschäftigung mit dem Phänomen „Calamity Jane“ ein. Doch nicht nur der oben zitierte Robert Casey musste schnell feststellen, dass der Versuch, Mythos und Wahrheit voneinander zu trennen, eine äußerst mühsame Angelegenheit war. Mit der Zeit wurden die Interpretationen vielfältiger – doch nicht unbedingt überzeugender. Mal wurde Martha Jane Canary zur Lügnerin und Betrügerin, mal zur Proto-Feministin ausgerufen. Immer aber blieb sie Teil der Folklore des Westens.
Jüngere Darstellungen, etwa in Graphic Novels oder der populären HBO-Serie „Deadwood“, haben sich die künstlerische Freiheit genommen, sich weiter vom überlieferten Kanon zu entfernen – womöglich im Bewusstsein, dass ihr historisches Vorbild in jedem Fall hinter dem Mythos verborgen bleiben muss.
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