Das im Kamenzer Lessing-Museum befindliche anekdotische „Kinderbildnis“, das Lessing und seinen Bruder mit viel zu großen Erwachsenenköpfen darstellt und in hellseherischer Vorausahnung schon die spätere berufliche Laufbahn andeutet, gibt ebenso Rätsel auf. Ein anderer Künstler des 18. Jahrhunderts kleidet den Dichter einfach um und bürstet dessen Haar flach. Ein weiteres Porträt, das traditionell als Darstellung Lessings erachtet wurde stellt ihn möglicherweise gar nicht dar.
Neben den bekannten Porträtgemälden und grafischen Blättern existiert eine faszinierende Vielfalt unterschiedlicher Objekte des Erinnerns an Lessing, von daumengroßen Miniaturen bis hin zu Abbildungen auf Porzellan und großen Denkmälern.
Mit der doppelten Fragestellung „Wie sah Lessing aus und wie wurde Lessing gesehen?“ widmet sich all diesen Darstellungen ein Forschungs- und Publikationsprojekt von Birka Siwczyk von der Arbeitsstelle für Lessing-Rezeption in Kamenz und der ehemaligen Gleimhaus-Mitarbeiterin Dr. Doris Schumacher, die heute am Frankfurter Goethe-Haus/Freien Deutschen Hochstift tätig ist. Die Arbeit soll in eine Wanderausstellung münden, die im kommenden Jahr im Gleimhaus Halberstadt ihren Anfang nehmen wird. Am Donnerstag, 19. November, um 19.30 Uhr stellen die beiden Wissenschaftlerinnen ihr Projekt „Lessing im Porträt“ im Gleimhaus erstmals der Öffentlichkeit vor.
Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei.





