In seiner außergewöhnlichen Darstellung folgt Eichler den Spuren von vier herausragenden Komponisten des 20. Jahrhunderts: Richard Strauss, Arnold Schönberg, Dmitri Schostakowitsch und Benjamin Britten. Wie haben diese Komponisten die Schrecken ihres Zeitalters jeweils erfahren und in ihrer Musik zum Ausdruck gebracht? Wie schlug sich die dunkle Zeit in ihrer Musik nieder? Das sind die Fragen, die Eichler bewegen. Für seine Arbeit ist er an viele Orte gereist, die für die in seinem Buch beschriebene Musik wichtig sind. Dazu gehören der Schauplatz des Babyn-Jar-Massakers bei Kiew oder die Ruine der Kathedrale von Coventry. Es ist ein lesenswertes Buch, das neue Möglichkeiten aufzeigt, die Vergangenheit kennenzulernen, und uns die Musik als kulturelles Gedächtnis näherbringt.
Rezension: Dr. Anna Joisten
Jeremy Eichler
Das Echo der Zeit
Die Musik und das Leben im Zeitalter der Weltkriege
Verlag Klett-Cotta, Stuttgart 2024, 464 Seiten, € 32,–





