Wozu der technische und kostspielige Aufwand, Quellwasser aus dem Voralpenland nach Wien zu leiten, wenn die Donau breit und behäbig vorbeifließt? Mitte des 19. Jahrhunderts ging es um die Frage, wie die Wasserversorgung für die rasch wachsende Habsburg-Metropole bewältigt werden könne, nicht nur mengenmäßig: „Sauber und gesund“, hieß es, müsse das Wasser sein für eine Stadt, die seit dem Mittelalter immer wieder von Pest, Cholera und Typhus heimgesucht worden war.
Dass die Donau kein ausreichend gesundes Trinkwasser liefert, wussten schon die alten Römer: Für ihre Legionslager am Limes Pannonicus östlich von Vindobona (heute: Zentrum Wiens) zapften sie Grundwasserquellen weit abseits des südlichen Donauufers an. Anfang des 19. Jahrhunderts erhielt Wien erstmals ein modernes Versorgungsnetz, doch mit der Albertinischen sowie der Kaiser-Ferdinand-Wasserleitung konnte trotz ständiger Erweiterungen bereits um 1860 weder der stetig wachsende Bedarf gedeckt noch die erforderliche Reinheit garantiert werden.





