Die Anfänge des Skisports reichen weit zurück. „In Norwegen und Schweden wurden Belege gefunden, dass bearbeitetes Holz bereits vor etwa 4000 Jahren als Ski genutzt wurde, sogar doppelt so alte Funde stammen aus dem Nordwesten Russlands. Die nordgermanischen Götter Ullr und Skadi wurden auf Runensteinen und in nordischen Sagas auf Skiern dargestellt“, erklärt Behringer. „Als Wikingerfürst Ragnar Lodbrok im 9. Jahrhundert Norwegen überfiel, unterlag er wenigen Bauern auf Skiern, die besser beweglich waren als die bewaffneten Dänen. Und der 90 Kilometer lange Wasa-Lauf erinnert in Schweden seit 1922 daran, dass der spätere König Gustav Eriksson Wasa im Jahr 1520 auf Skiern vor dänischen Verfolgern floh.“
Die kleine Eiszeit zwischen dem 14. und 19. Jahrhundert begünstigte die Verbreitung des Wintersports: Neben Skiern erfreuten sich ab dem Mittelalter auch andere Sportarten großer Beliebtheit. In Italien etwa zeugt das mehrfache Verbot von Schneeballschlachten von deren weiten Verbreitung. 1510 gründeten in Schottland Adlige den ersten Curling Club.
In der frühen Neuzeit kamen weitere Sportarten hinzu: In den Niederlanden kam ab dem 17. Jahrhundert der Eiskunstlauf mit Luftsprüngen in Mode. Fürs Eissegeln wurden entsprechend schnelle Gefährte entwickelt, ebenso alle Arten von Schlitten, die teils von Hunden oder Pferden gezogen wurden. Das schon früh fußballverrückte Italien verlegte das Spiel, das zu jener Zeit ohnehin ohne Spielfeld und feste Spielerzahl auskam, kurzerhand aufs Eis – so geschehen 1491, als in Florenz der Arno zufror.
Olympische Winterspiele stehen erst seit 1924 auf dem Programm. Einzelne Wintersportarten waren aber schon seit 1900 im Rahmen der Sommerspiele ausgetragen worden, die damals noch nicht auf zwei Wochen beschränkt waren. Eine besondere Rolle spielte dabei das Biathlon, das als Kombination von Skilanglauf und Scheibenschießen eigentlich eine Militärübung aus dem Ersten Weltkrieg widerspiegelt. „Als Militärpatrouillenlauf war diese Sportart 1915 in Norwegen eingeführt worden, um die Soldaten auf den Winterkrieg vorzubereiten und es verwundert kaum, dass er bei der vom Nationalsozialismus geprägten Winter-Olympiade 1936 in Garmisch-Partenkirchen wieder auf dem Programm stand. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dieser Sport für Zivilisten geöffnet und 1954 auf Vorschlag des schwedischen Generals Sven Thofelt in Biathlon umbenannt“, erklärt Behringer. Bei den Winterspielen in Oslo 1952, wo der Zweite Weltkrieg noch zu nahe war, hatte man auf diesen Wettbewerb verzichtet.





