Die Ausstellung zeigt Funde unter anderem aus laufenden archäologischen Grabungen vom Kapellenberg bei Hofheim am Taunus, darunter kostbare Steinbeile aus alpiner Jade. Auf dem Kapellenberg haben sich Grabhügel und eine einzigartige Wallanlage aus der Jungsteinzeit erhalten, die kaum durch menschliche Eingriffe zerstört wurden. Nach bisherigen Erkenntnissen umfasste die Wallanlage eine Siedlung von möglicherweise mehreren tausend Einwohnern und lag an einem Fernwegenetz, über das vielleicht Salz aus Mitteldeutschland, sicher aber Jade gehandelt wurde. Für die Wissenschaftler ein eindeutiges Indiz dafür, dass das gesamte Rhein-Main-Gebiet bereits vor 6000 Jahren eine wirtschaftliche Drehscheibe zwischen West- und Mitteleuropa war. Das Ausmaß wirtschaftlicher Verflechtungen im Neolithikum war so bisher nicht bekannt. Zwar wurden ab etwa 4500 v. Chr. in Mittel- und Südosteuropa Kupfer, aber auch Gold und Silber verwendet und dienten massive Kupferwerkzeuge als Tauschware, im westlichen Europa hingegen spielten Metalle in dieser Zeit noch keine Rolle. Lange Zeit nahm man daher an, dass es dort kein vergleichbarer wirtschaftlicher Austausch zwischen verschiedenen Regionen stattfand. Die Bedeutung von Jadeit als Tauschgegenstand wurde noch bis vor wenigen Jahren unterschätzt. Mittlerweile konnten die Wissenschaftler hingegen nachweisen, dass das Mineral aus Lagerstätten hoch in den Westalpen, zu Beilen verarbeitet, über ganz Frankreich bis in das westliche Mitteleuropa verhandelt wurde. Ein Zentrum der Redistribution war Carnac in der Bretagne. Wie weiträumig dieses Netzwerk organisiert war, und dass es dem auf Kupfer basierenden Netzwerken im östlichen Europa in seiner Bedeutung in nichts nachstand, ist daher eine relativ neue Erkenntnis.





