Thomas Mann veröffentlichte 1912 ein Jahr nach seiner Italien- und Venedigreise seine Novelle „Der Tod in Venedig“, bis heute auch international einer seiner bekanntesten und wirkungsmächtigsten Texte. Bereits seit Jahrhunderten war Venedig aufgrund seiner Geschichte und der einzigartigen Lagunenlage Anziehungspunkt und Inspiration für Künstler gewesen, und Manns Werk trug zur emotionalen Aufladung Venedigs weiter bei.
Von ihm selbst als sehr persönliches Werk empfunden, behandelt der kurze Text einige der großen Themen Thomas Manns: die Künstlerproblematik, die griechische Mythologie, die Philosophie Nietzsches und die Homoerotik vor dem Hintergrund der kultur- und literaturhistorisch bewegten Epoche des Fin de siècle um 1900. In der Novelle reist der angesehene Schriftsteller Gustav von Aschenbach zur Erholung nach Venedig, wo er sich in einen Jüngling verliebt, den er fortan beobachtet. Selbst als die Cholera ausbricht, weigert sich Aschenbach, Venedig zu verlassen.
Der Besucher kann in der sinnlich inszenierten Ausstellung sehend, lesend und hörend dem Protagonisten Gustav von Aschenbach auf dem Weg nach Venedig und in den Untergang folgen; dabei werden die Hintergründe und kunstvollen Strukturen der Novelle beleuchtet.
Ein 188-seitiges Begleitbuch, das mehrere wissenschaftliche Beiträge zum Text beinhaltet sowie der Rezeption durch Schriftsteller, Musiker und Bildkünstler nachgeht, ist ebenfalls erhältlich.





