Die neue Religionsabteilung beleuchtet religiöses Leben in Baden und Württemberg vom frühen 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Zahlreiche eindrucksvolle Exponate spiegeln die Prägung des deutschen Südwesten bis ins frühe 20. Jahrhundert durch Protestanten, Katholiken und Juden. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte wie in vielen Regionen Deutschlands eine bis heute andauernde Veränderung der Glaubenslandschaft ein. Die konfessionellen Lebenswelten öffneten sich, Einwanderer brachten neue Religionen und Glaubensformen mit und gründeten islamische, hinduistische, buddhistische oder andere religiöse Gemeinden. Heute gehört die Moschee vielerorts ebenso zum Stadtbild wie der Kirchturm. Es werden Synagogen gebaut und buddhistische Wats („Wat“: ein Tempel). Immer wieder hat man angesichts sinkender Mitgliederzahlen in den kirchlichen Institutionen das Ende der Religion vorhergesehen und ihr Verschwinden prophezeit. Danach sieht es zu Beginn des 21. Jahrhundert aber gar nicht aus.
Im Südwesten wird gegenwärtig so vielfältig geglaubt und nicht geglaubt wie noch nie. Wie Baden-Württemberger ihren Glauben praktizieren, wie sie ihn nach außen zeigen und welche Rituale sie pflegen, dokumentiert die Ausstellung anhand beeindruckender Exponate. Neben Ministerpräsident Winfried Kretschmann berichten Angehörige verschiedenster Glaubensgruppen, aber auch Atheisten in Interviews, wie sie es mit der Religion halten und was der Glauben ihnen bedeutet bzw. weshalb sie nicht glauben.
Ein besonderes Highlight der Ausstellung: Dem Haus der Geschichte ist es gelungen, jenen Stuhl als Exponat für seine neue Religionsabteilung zu bekommen, auf dem Papst Benedikt XVI. die Heilige Messe auf dem Messegelände in Freiburg am 24. September 2011 zelebrierte. Und das Außergewöhnliche ist: Dieses Exponat ist nicht nur zum Anschauen, sondern auch zum Daraufsitzen.





